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Aktuelle Erkenntnisse

ADHS-Kinder wachsen selten aus der Krankheit raus

von Marzena Sicking

Kind mit ADHS in der Schule
Foto: vejaa – stock.adobe.com

ADHS galt lange Zeit als eine Krankheit, die vor allem Kinder und Jugendliche betrifft. Wie aktuelle Untersuchungen zeigen, leiden die meisten Betroffenen aber noch im Erwachsenenalter unter den Symptomen.

Ein Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom (ADHS) wächst sich selten ganz aus. Bis zu 90 Prozent der Erwachsenen, die in ihrer Kindheit eine entsprechende Diagnose erhielten, leiden ihr Leben lang an entsprechenden Symptomen. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in einer Langzeitstudie, die im The American Journal of Psychiatry publiziert wurde.

90 Prozent noch im Erwachsenenalter betroffen

Bislang herrschte die Annahme vor, dass rund die Hälfte der Erwachsenen die Störung überwinden konnte, doch das ist offenbar ein Irrtum. Grund für die fehlerhafte Annahme könnte sein, dass die Symptome insbesondere bei Erwachsenen fluktuieren. Es kommt zu Phasen der Remission und zu Rezidiven. Das bedeutet: Die motorische Überaktivität mag abnehmen, es bleiben jedoch verbale Impulsivität, unüberlegtes Handeln und Probleme bei der Entscheidungsfindung.

Angepasste Lebensplanung wichtig

Welche Faktoren die Symptome schwanken lassen, sollen nun weitere Forschungen klären. Studienerstautorin Dr. Margaret Sibley möchte Betroffene daran erinnern, dass ein normales Leben auch mit ADHS möglich ist und eine angepasste Lebensplanung vieles leichter machen kann. „Für Menschen, bei denen ADHS diagnostiziert wurde, ist es wichtig zu verstehen, dass es normal ist, dass es Zeiten im Leben gibt, in denen die Dinge vielleicht nicht so leicht zu bewältigen sind, und andere Zeiten, in denen man die Dinge besser unter Kontrolle hat“, erklärt Sibley. Als Berufe für Betroffene würden sich insbesondere kreative Jobs eignen.

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