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Umfrage

Forderung erfüllt: Impfhonorar für Arztpraxen steigt von 20 auf 28 Euro

von Marzena Sicking

Ärztin impft Senior

Um das Tempo bei den Corona-Schutzimpfungen zu beschleunigen, fordern Ärztinnen und Ärzte die Bestellfrist für den COVID-19-Impfstoff zu verkürzen, die Impfdokumentation zu vereinfachen und die Vergütung zu verbessern. Immerhin: Das Impfhonorar wird jetzt tatsächlich erhöht.

Das Zi hat Anfang November eine Online-Befragung bei insgesamt 315 Ärztinnen und Ärzten in Schleswig-Holstein durchgeführt. Auf die Frage, welche Maßnahmen helfen würden, die Impfquote und das Impftempo zu erhöhen, gaben rund 77 Prozent an, dass eine Verkürzung der Bestellfrist für die COVID-19-Impfstoffe und die Vereinfachung der Dokumentation hilfreich wäre. 71 Prozent sahen eine Erhöhung der Impf-Vergütung wie etwa Zuschläge für Impfungen am Wochenende als wichtig an. Zudem wurde der Wunsch nach einer Darreichungsform des Impfstoffs in Form von „Einzeldosen“ genannt.

So viele Impfdosen bleiben ungenutzt

Von den 315 Umfrageteilnehmern haben sich 219 (70 Prozent) in den letzten zwei Wochen an COVID-19-Auffrischungsimpfungen in Alten- und Pflegeheimen beteiligt. Insgesamt haben sie rund 8.700 Auffrischungsimpfungen verabreicht. Schätzungsweise 470 Impfdosen (5,3 Prozent) konnten laut Umfrage nicht verwertet werden. 297 der teilnehmenden Ärztinnen und Ärzte haben in den letzten zwei Wochen zusätzlich knapp 12.600 Erst- und Zweitimpfungen durchgeführt. Dabei wurden rund 840 verworfene Impfdosen (6,6 Prozent) dokumentiert.

Spahn kündigt höheres Impfhonorar an

Die Vorstandsvorsitzende der KV SH, Dr. Monika Schliffke, zu den Ergebnissen: „Die Praxen laufen im Winterhalbjahr ohnehin am Limit. Trotzdem kämpfen sich die Niedergelassenen von Impfrekord zu Impfrekord und erfüllen damit einen wichtigen gesellschaftlichen Auftrag neben dem zeitaufwendigen Praxisalltag. Es ist daher an der Zeit, den Ärztinnen und Ärzten in den Arztpraxen etwas zurückzugeben. Die Vergütung für das Impfen muss den tatsächlichen Zeitaufwand widerspiegeln. Praxismitarbeitende, die am Wochenende Impfsprechstunden unterstützen, müssen Zuschläge erhalten.“

Immerhin gibt es seitens der Politik jetzt ein kleines Entgegenkommen. Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat ein höheres Impfhonorar für Arztpraxen angekündigt. Vertragsärzte sollen künftig 28 statt 20 Euro pro Impfung erhalten. An Wochenenden steigt der Betrag nochmal auf 36 Euro. Dazu der KBV-Vorstandsvorsitzende Dr. Andreas Gassen: „Das ist ein wertvolles und richtiges Signal in Richtung der niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen.“

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