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E-Rezept: Pilotphase bis Spätsommer

von Marzena Sicking

Apothekerin überreicht Medikament
Foto: contrastwerkstatt - stock.adobe.com

Das E-Rezept kommt – aber wann? Dr. Markus Leyck Dieken, CEO der Betreibergesellschaft Gematik, geht davon aus, dass die verlängerte Pilotphase bis zum Spätsommer abgeschlossen werden kann. “Wir gehen davon aus, dass wir die Qualitätsziele bis dahin erreichen werden”, sagte er bei der Zukunftskonferenz VISION.A am 30. März.

30.000 E-Rezepte sollen in der verlängerten Pilotphase eingelöst und abgerechnet werden. Leyck Dieken geht davon aus, dass dies bis Spätsommer der Fall sein wird und dass es dann keine „Dealbreaker“ mehr geben wird. Eine Gesellschafterversammlung der Gematik werde die Details zum weiteren Rollout beschließen.

Denkbar seien derzeit zwei Szenarien, eins davon sei die Ausweitung auf einen größeren Regionsbereich. Ob das E-Rezept damit noch in diesem Jahr flächendeckend kommt, konnte Leyck Dieken bei der Veranstaltung allerdings noch nicht sagen.

Gematik sieht großen Nutzen im E-Rezept

Leyck Dieken rechnet damit, dass es 2023 noch viele E-Rezepte auf Papier geben wird. Er hofft aber auch, dass die Menschen schnell begreifen, dass sie nicht mehr zur „Papierabholstelle“ gehen müssen, sondern auf die digitale Version wechseln können. Die Erfahrungen mit Taxi-Apps, aber auch mit der Covpass-App machten ihn zuversichtlich, dass der Nutzen schnell klar werde: So könne man schon vorab sehen, welche Apotheke im Umfeld die benötigte Packung vorrätig habe, sodass man die Abholung en passant erledigen könne.

Kritische Stimmen der Apotheker

Nicht nur seitens der Ärzteschaft gibt es dazu kritische Stimmen. Auch bei den Apothekern hält sich die Begeisterung für das E-Rezept bisher in Grenzen. Laut einer aposcope-Befragung, die ebenfalls bei der Konferenz VISION.A vorgestellt wurde, betrachten 70 Prozent der Inhaber das E-Rezept als einen „Apothekenkiller“. Neun von zehn Inhaber:innen fürchten Probleme bei der Patientenversorgung aufgrund von technischen Fehlern der TI. Hinzu kommen Bedenken in puncto Sicherheit, Einbindung in den Apothekenalltag, Probleme bei Rezeptänderungen, Abrechnung, Abwanderung der Kundschaft zum Versandhandel, Praxen und Kundschaft.

Ihre PTA sind gespalten – 50/50 lautet hier das Ergebnis. Außerdem wird ein Generationsunterschied deutlich. Mehr als die Hälfte der angestellten Apotheker:innen und PTA bis 50 Jahre sehen das E-Rezept als Chance, ab 50 Plus sind es nur noch 37 Prozent.

An die zuversichtlichen Ansagen von Dieken glaubt übrigens keiner: In diesem Jahr kommt das E-Rezept nicht – da sind sich die Inhaber:innen einig. Drei von zehn sagen im kommenden Jahr oder 2024 und 32 Prozent vermuten später, 10 Prozent sagen nie.

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