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Urologie
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Frühere Berichte deuteten darauf hin, dass einige der unter anabolen androgenen Steroiden (AAS) aufgetretenen Todesfälle auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen waren, wie dänische Wissenschaftler im Rahmen einer jüngeren Studie berichten. Die Epidemiologie dieser Zusammenhänge war jedoch wenig erforscht. 

Studie untersucht AAS-Anwender in Fitnessstudios 

Ziel der Studie des Teams um Dr. Josefine Windfeld-Mathiasen von der Universität Kopenhagen war es nun, die Inzidenz von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei männlichen AAS-Anwendern zu ermitteln und diese Zahlen mit denen einer nach Alter und Geschlecht angepassten Kohorte aus der Allgemeinbevölkerung zu vergleichen. In die Studie wurden Männer einbezogen, die im Rahmen eines Anti-Doping-Programms wegen der Einnahme von AAS in dänischen Fitnessstudios zwischen 2006 und 2018 sanktioniert wurden. Sie wurden bezüglich Alter und Geschlecht einer 50-mal so großen Kontrollgruppe aus der Allgemeinbevölkerung gegenübergestellt. 

AAS erhöhen Risiko für Herzinfarkt und Herzschwäche

Während einer Nachbeobachtungszeit von durchschnittlich elf Jahren wiesen AAS-Anwender (n = 1.189) im Vergleich zur Kontrollgruppe (n = 59.450) eine signifikant höhere Inzidenz verschiedener kardiovaskulärer Ereignisse auf. Die AAS-Einnahme war mit einem erhöhten Risiko für akuten Myokardinfarkt, perkutane Koronarintervention oder koronare Bypass-Operation, einer venösen Thromboembolie, Kardiomyopathie und Herzinsuffizienz verbunden. 

Lebensgefahr auch für junge Bodybuilder

Beim Kongress der Association Française d‘Urologie (AFU) 2025 gab Dr. Charlotte Methorst, urologische Chirurgin aus Saint Cloud/Frankreich, einen aktuellen Überblick über die Gefahren des Missbrauchs anaboler androgener Steroide. Sie bestätigte die gravierenden Auswirkungen auf Herz und Kreislauf. „Fulminante Herzinfarkte wurden bei Bodybuildern unter 30 Jahren beschrieben, mit ausgedehnten Koronarläsionen laut Autopsie“, wird Methorst in einem Kongressbericht zitiert. Der Missbrauch anaboler Steroide kann demnach mit lebensbedrohlichen Wirkungen einhergehen, selbst wenn die Verbraucher jung, scheinbar gesund und trainiert sind. 

Anabolika schädigen Nieren und Leber

AAS verfügen auch über eine hohe Leber- und Nierentoxizität. An der Niere können typischerweise eine fokal-segmentale Glomerulosklerose sowie rezidivierende Episoden von Rhabdomyolyse auftreten. Die Lebertoxizität kann sich als intrahepatische Cholestase oder eine Peliosis hepatis manifestieren. Letztere kann mit subkapsulären Hämatomen oder sogar einer spontanen Leberruptur einhergehen.

Anabolika-Missbrauch gefährdet Fruchtbarkeit

Darüber hinaus verursacht der Missbrauch von AAS fast immer Unfruchtbarkeit bis hin zur Azoospermie. „Die Erholung der Spermatogenese kann 18 bis 36 Monate dauern. Zehn bis zwanzig Prozent erholen sich aber nicht ganz“, sagte Methorst laut Kongressbericht. Daneben entwickelt sich häufig eine erektile Dysfunktion. 

Psychische Folgen reichen bis zu Suizidgedanken

Die übermäßige AAS-Einnahme ruft zudem schwere psychische Störungen hervor. Unter den durch AAS ausgelösten hormonellen Schwankungen kommt es häufig zu Stimmungswechseln, erhöhter Reizbarkeit und Aggressionen. Werden die Medikamente abgesetzt, schlägt die Psyche in nicht selten schwere Depressionen mit Antriebslosigkeit und Suizidgedanken um.

Medizinische Indikationen ...

… für anabole androgene Steroide sind: männlicher Hypogonadismus zur Testosteronsubstitution, bestimmte Formen der EPO-resistenten Anämie und schwere Kachexie mit erheblichem Muskelabbau.

Quellen:

Windfeld-Mathiasen J et al. Circulation 2025;151:828–834

Medscape-Kongressbericht, 2. März 2026, vom Congrès Français d’Urologie 2025 in Paris/Frankreich