Wirtschaftsnachrichten für Ärzte | ARZT & WIRTSCHAFT
Geldanlagen

Zu Beginn des Jahres war die Prognose hat die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank) mit vorsichtigem Optimismus auf die Entwicklung der Finanzmärkte geblickt. Diese zeigten sich trotz der erratischen Wirtschaftspolitik von US-Präsident Donald Trump robust, weshalb das Jahr 2026 als Übergangsjahr bewertet wurde: Demzufolge bestimmten geldpolitische Lockerungen, fiskalische Impulse und eine leichte Beschleunigung des Wachstums das Geschehen auf den Märkten.

Heute sieht die Lage durch die Folgen des Irankriegs natürlich etwas anders aus. Dennoch gibt sich die Bank in ihrer aktualisierten Prognose für das zweite Halbjahr 2026 weiterhin zuversichtlich und erwartet ein Umfeld, in dem sich Chancen und Risiken neu austarieren. Maßgeblich seien robuste Unternehmensgewinne und Investitionen in Zukunftstechnologien und ein umsichtiges Risikomanagement. „Wir setzen auf wachstumsstarke Aktienmärkte, nutzen die gestiegene Verzinsung im Rentenbereich und halten Gold bewusst als Stabilitätsanker“, sagt Reinhard Pfingsten, Chief Investment Officer (CIO) der apoBank. „Entscheidend ist aus unserer Sicht eine breite Diversifikation über Regionen und Anlageklassen hinweg. So lassen sich die vorhandenen Ertragschancen nutzen, ohne die Risiken aus dem Blick zu verlieren.“

Wirtschaft: Keine Stagflation, höhere Inflation nur vorübergehend

Ein gemischtes Bild ergibt sich beim Ausblick auf das weltweite Wirtschaftswachstum. Hier rechnet die apoBank damit, dass das Wachstum der Weltwirtschaft in der zweiten Jahreshälfte wieder leicht zunimmt. Der durch den Iran-Konflikt ausgelöste Energiepreisschock hat bereits zu einer spürbaren Abschwächung geführt, bleibt aber in seiner Wirkung begrenzt. Von einer globalen Stagflation oder gar Rezession geht Pfingsten nicht aus. Die USA und China zeigen sich mit Wachstumserwartungen von 2,1 Prozent (USA) und 4,6 Prozent (China) dabei vergleichsweise resilient, während bei den Volkswirtschaften im Euroraum sowie in Deutschland laut apoBank ein Wachstum von weniger als 1 Prozent erwartet wird.  Ein wesentlicher Grund dafür ist die Abhängigkeit von Energieimporten aus der Golfregion.

Die Inflation bleibt vergleichsweise hoch, es wird mit Inflationsraten von rund 4,1 % in den USA und 3,4 % im Euroraum gerechnet. Allerdings handle es sich nur um einen vorübergehenden Effekt, so Pfingsten. Ab Ostern 2027 seien wieder deutlichere Rückgänge der Teuerungsraten zu erwarten. Im Euroraum wird es voraussichtlich noch eine weitere und letzte Leitzinserhöhung der Europäischen Zentralbank im September geben. Die USA dürften ihre Leitzinsen im Laufe dieses Jahres nicht weiter erhöhen, so die apoBank-Einschätzung.

Aktienmärkte: KI und Techfirmen treiben Wachstum voran

Durch solide Unternehmensgewinne haben sich die globalen Aktienmärkte im ersten Halbjahr 2026 insgesamt positiv entwickelt, insbesondere dank des Technologiesektors mit Unternehmen aus den Bereichen „Künstliche Intelligenz“ und „Halbleiter“. Dabei zeigt sich KI verstärkt als Wachstumsmotor für Unternehmensgewinne und sorgt auch bei klassischen Industrien sowie dem Dienstleistungssektor für Effizienzgewinne.

In ihrer Anlagestrategie gewichtet die apoBank Aktien insgesamt über, mit einem Fokus auf Schwellenländern sowie ergänzend USA und Japan. Laut Analyse der Bank profitieren Schwellenländer von ihrem hohen Anteil an Technologieunternehmen, während die USA auf ihre Innovationsstärkte und Japan auf strukturelle Reformen und eine investorenfreundliche Unternehmenspolitik setzen können. Europa fällt hier im Vergleich aufgrund geringerer Wachstumsimpulse und einer schwächeren Gewinnentwicklung zurück.

Auch Rentenmärkte und Gold sind ein Faktor 

Bei den Rentenmärkten ist nach Angaben der apoBank wieder ein stabilisierender Trend zu beobachten, nachdem eine Phase erhöhter Zinsvolatilität eingetreten ist. Unternehmensanleihen und Staatsanleihen aus Schwellenländern haben sich in diesem Umfeld robust gezeigt, weshalb die Bank ihre Position im Rentenbereich stärkt und Renten somit im Portfolio übergewichtet. Gefragt ist auch Gold, das von einer hohen Nachfrage durch Zentralbanken in Schwellenländern profitiert. Das Edelmetall erfüllt in den Planungen der apoBank eine wichtige Rolle als strategischer Stabilisator, sodass CIO Reinhard Pfingsten die weitere Strategie wie folgt zusammenfasst: „Die Kombination aus wachstumsorientierten Aktien und selektiv eingesetzten Rentenbausteinen, ergänzt um Gold als Stabilitätsanker, bildet für uns die Grundlage für stabile Erträge in einem anspruchsvollen Marktumfeld. Für langfristig orientierte Anleger sehen wir im zweiten Halbjahr 2026 gute Chancen, Erträge zu sichern und Risiken zugleich bewusst zu steuern.“

Stichwörter