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Versicherte sprechen nicht mit Arztpraxis über die ePA

Die elektronische Patientenakte ist bei 90 Prozent der gesetzlich Versicherten bekannt – genutzt wird sie dennoch von den wenigsten. Das zeigt eine repräsentative Umfrage der SBK Siemens-Betriebskrankenkasse aus dem Juli 2026, für die 1.950 gesetzlich Versicherte befragt wurden. Zwar stieg der Anteil der aktiv Nutzenden oder konkret Planenden innerhalb eines Jahres von 21 Prozent (Mai 2025) auf 29 Prozent (Juli 2026). Doch 50 Prozent der Befragten nutzen die ePA bislang nicht aktiv, obwohl sie ihr nicht widersprochen haben.

Ein zentrales Ergebnis für Arztpraxen: 69 Prozent der Befragten geben an, noch nie mit ihrer Praxis über die ePA gesprochen zu haben. Nur 11 Prozent haben der ePA widersprochen.

Digitaler Medikationsplan könnte Nutzung deutlich steigern

Die Umfrage zeigt, welche Funktionen Versicherte zur häufigeren Nutzung bewegen würden. Unter Patientinnen und Patienten, die mehrere Medikamente einnehmen, würden 63 Prozent die ePA häufiger nutzen, wenn dort ein digitaler Medikationsplan verfügbar wäre. Auch digitale Überweisungen und Terminbuchungen stoßen der SBK zufolge auf Interesse.

Die Erfahrungen der Krankenkasse mit ihrer eigenen App stützen diesen Befund: Mehr als 527.000 Versicherte – 56 Prozent der Anspruchsberechtigten – nutzen die App „Meine SBK" bereits aktiv. Allein im ersten Halbjahr 2026 wurden digitale Services dort über 1,74 Millionen Mal genutzt.

GeDiG soll Digitalisierung in der Versorgung verankern

Das Bundeskabinett hat am 27. Juli 2026 das Gesundheits-Digitalgesetz (GeDiG) verabschiedet und damit den Gesetzgebungsprozess eingeleitet. Das Gesetz soll die Grundlage schaffen, digitale Anwendungen stärker in den Versorgungsalltag zu integrieren. Nach Angaben der SBK entscheidet sich der Erfolg der Digitalisierung nicht an der technischen Verfügbarkeit, sondern daran, ob Anwendungen im richtigen Moment einen echten Nutzen bieten.

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