Lungenkrebs-Früherkennung: Hausärzte, Internisten und Pneumologen als Lotsen gefragt
Marzena SickingZum Welt-Lungenkrebstag am 1. August ruft die DGP niedergelassene Hausärzte, Internisten und Pneumologen dazu auf, Patienten mit einer Raucher-Vorgeschichte häufiger auf die Früherkennungs-Möglichkeiten hinzuweisen. Das Screening könne die Chance auf eine frühe und potenziell heilende Behandlung eröffnen und damit Leben retten.
Hausärzte, niedergelassene Internisten und Pneumologen seien die entscheidenden Lotsen, damit Menschen mit langjähriger Rauchgeschichte von der neuen Lungenkrebs-Früherkennung profitieren, so die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). „Noch immer wird Lungenkrebs bei viel zu vielen Patientinnen und Patienten erst in einem weit fortgeschrittenen Stadium erkannt. Das Screening kann das ändern“, sagt Prof. Torsten Bauer. Der Chefarzt der Klinik für Pneumologie am Helios Klinikum Emil von Behring in Berlin hat sich als ehemaliger DGP-Präsident fast ein Jahrzehnt für die Einführung des Lungenkrebs-Screenings in Deutschland eingesetzt.
Früherkennung kann Lungenkrebssterblichkeit um 20 Prozent senken
Wie groß dessen Potenzial ist, zeigen große internationale Studien: Die Früherkennung mit einer Niedrigdosis-Computertomografie kann die Lungenkrebssterblichkeit in der Risikogruppe um rund 20 Prozent senken. Seine Wirkung entfalten kann das Angebot jedoch nur, wenn die Anspruchsberechtigten davon erfahren und tatsächlich teilnehmen.
Ärzte können helfen, den Lungenkrebs in einem heilbaren Stadium zu entdecken
Ob jemand für das Screening infrage kommt, lässt sich nicht allein anhand des Alters erkennen. Entscheidend sind auch Dauer und Intensität des früheren oder aktuellen Zigarettenkonsums. Die Rauchgeschichte im persönlichen Arztkontakt wird damit zum Schlüssel für die Früherkennung.
„Für die Patientinnen und Patienten bedeutet das Screening die Chance auf mehr Lebenszeit – und für uns Ärzte die Möglichkeit, zu einem Zeitpunkt einzugreifen, an dem wir noch entscheidend etwas verändern können“, betont auch DGP-Präsident Prof. Christian Taube. „Wer nach der Rauchgeschichte fragt, die Kriterien prüft und den Weg zum Screening eröffnet, kann dazu beitragen, dass Lungenkrebs in einem noch heilbaren Stadium entdeckt wird“, weiß der Direktor der Klinik für Pneumologie am Universitätsklinikum Essen.
Wer für das Screening der Lunge infrage kommt
Die jährliche Niedrigdosis-Computertomografie ist seit April 2026 eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Anspruch haben aktive und ehemalige Raucher zwischen 50 und 75 Jahren, die mindestens 25 Jahre geraucht und dabei mindestens 15 Packungsjahre erreicht haben. Ein Rauchstopp darf höchstens zehn Jahre zurückliegen.
„Das Screening ersetzt natürlich nicht den Rauchstopp“, betont Torsten Bauer. „Mit dem Rauchen aufzuhören, ist weiterhin die wirksamste Maßnahme gegen Lungenkrebs.“ Die Ansprache in der Praxis eröffnet zugleich die Gelegenheit, über eine Tabakentwöhnung zu sprechen und konkrete Unterstützung anzubieten.
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