Repräsentative Umfrage

Ärzte bieten digitale Terminbuchung kaum an

Laut  repräsentativen Forsa-Studien erwarten immer mehr Verbraucher das Angebot einer Online-Terminvergabe. Während die digitale Terminbuchung bei Handel und Gastronomie schon fast Standard ist, hinken Ärzte und Therapeuten noch deutlich hinterher.

Zwei im Auftrag von „Gelbe Seiten“ durchgeführte Umfragen zeigen, dass vor allem niedergelassene Ärzte und Ärztinnen kaum auf digitale Tools zurückgreifen. So jedenfalls sehen es ihre Patienten. 46 Prozent der befragten Verbraucher gaben an, dass ihre Ärzte und Therapeuten die Möglichkeiten moderner Medien bisher nur „schlecht“ oder „weniger gut“ nutzen.

Dabei würden sich insbesondere jüngere Patienten die Möglichkeit einer digitalen Terminbuchung wünschen. Laut Umfrage haben auch schon acht von zehn niedergelassenen Ärzten von entsprechenden Produkten gehört, doch nur jeder dritte nutzt sie auch für seine Praxis.

Nachholbedarf bei Kommunikation

Diese Tendenz, dass Ärzte noch zu wenig auf digitale Werkzeuge wie die Online-Terminvergabe setzen, zeigt sich aber nicht nur in kleineren Arztpraxen. Krankenhäuser und Medizinische Versorgungszentren haben ebenfalls noch erhebliches Nachholpotential, wenn es darum geht, online Kontakt zu Patienten aufzunehmen.

„Die Kommunikation zwischen Ärzten und Patienten bei der Terminvergabe findet offenbar immer noch klassisch mit Stift und Telefon statt. Doch das ist nicht mehr zeitgemäß und ließe sich effektiver managen“, hebt Dirk Schulte, Geschäftsführer der Gelbe Seiten Marketing GmbH, hervor. „Ärzte müssen sich den digitalen Möglichkeiten stärker öffnen, weil sonst die Gefahr besteht, dass Patienten abwandern, weil diese solche Services zunehmend erwarten.“

Ärzte kennen die Vorteile digitaler Terminbuchungen

Mehr als drei Viertel jener Ärzte, die die digitale Terminvergabe bereits einsetzen, nennen der Studie zufolge die Erreichbarkeit rund um die Uhr als zentralen Vorteil von Online-Terminbuchungen (78 Prozent). Aber auch die selbständige Umlegung von Terminen durch Patienten (70 Prozent), die höhere Zufriedenheit der Patienten (68 Prozent), die Zeitersparnis auf Seiten der Mitarbeiter (65 Prozent) sowie die einfachere Koordination von Terminen (62 Prozent) werden als starke Vorteile genannt.

Ärzte, die diesen Service bereits nutzen, zeigen sich hochzufrieden damit, knapp drei Viertel von ihnen bewerten die digitale Unterstützung bei der Terminvergabe als „sehr gut“ (30 Prozent) oder „gut“ (43 Prozent). Während in der Corona-Pandemie etwa 17 Prozent der Ärzte Video-Chats eingeführt haben, ist die digitale Terminvergabe noch immer vergleichsweise selten anzutreffen. Bis sich das ändert, wird es noch dauern: Immerhin 54 Prozent der Ärzte, die diesen Service noch nicht nutzen, planen die Einführung – allerdings erst im Laufe der kommenden drei Jahre.

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