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Warum Sie Ihre Wunschpatienten definieren sollten

von A&W Online

Ärztin mit Patientin
Foto: InsideCreativeHouse - stock.adobe.com

Wenn Sie mit der Arbeit in Ihrer Praxis oder dem Umsatz, den Sie generieren, nicht zufrieden sind, sollten Sie einmal über Wunschpatienten nachdenken. Welche Arten von Wunschpatienten es gibt, verrät Ihnen Praxisberater Wolfgang Apel* in diesem Fachbeitrag.

Viele Ärzte können gut von ihrer Arbeit leben und freuen sich, täglichen vielen Menschen zu helfen. Doch rundum glücklich sind sie mit ihrer Arbeit nicht. Sie haben zu wenig Zeit für sich und ihre Familie, verdienen in Relation zu ihrer Ausbildung und dem Stress, dem sie täglich ausgesetzt sind, zu wenig oder empfinden ihren Praxisalltag einfach als extrem fordernd.

Die Arbeit mit Wunschpatienten kann maßgeblich dazu beitragen, dass Sie mehr Glück und Zufriedenheit, weniger Stress und mehr Umsatz bei Ihrer täglichen Arbeit erfahren. Wie kann das aussehen? Grundsätzlich gibt es drei Arten von Wunschpatienten. Entscheiden Sie für sich, welche Patientengruppe Ihren Vorstellungen entspricht.

Selbstzahler: Für mehr Umsatz und Zeit

Selbstzahler sind die idealen Wunschpatienten, wenn Sie sich mehr Umsatz und Gewinn für Ihre Praxis wünschen. Darunter fallen sowohl Privatpatienten als auch gesetzlich Versicherte, die bereit sind zusätzliche IGeL-Leistungen in Anspruch zu nehmen.

Sie helfen Ihnen nicht nur mehr Umsatz zu generieren, sondern auch Ihren alltäglichen Stress zu reduzieren. Denn je höher der Umsatz Ihrer Praxis ist, desto eher können Sie sich einen zusätzlichen Mitarbeiter leisten, der das Praxismanagement für Sie übernimmt. Das umfasst alle nicht-medizinischen Aufgaben, wie Buchhaltung, EDV, Dienstpläne, Einarbeitung, Marketing und Außenkommunikation. Diese Aufgaben kosten Sie viel Zeit und sind für den Erfolg Ihrer Arztpraxis unentbehrlich.

Wie schön wäre es, einen Mitarbeiter zu haben, der Ihnen all diese Aufgaben abnimmt, sodass Sie sich voll auf Ihre Patienten konzentrieren können? In vielen Praxen ist das mit dem aktuellen Gewinn nicht machbar. Genau hier schaffen Selbstzahler als Wunschpatientengruppe Abhilfe: Sie ermöglichen zusätzliche Erträge, mit welchen Sie für Entlastung sorgen können.

Medizinisch interessante Patienten: Für mehr Freude bei der Arbeit

Die zweite Gruppe der Wunschpatienten sind Menschen, die Ihr Mediziner-Herz höher schlagen lassen, weil ihre Behandlung sehr spannend ist. Wir arbeiten beispielsweise mit einem Orthopäden zusammen, der auf minimal-invasive Operationstechniken von Händen und Ellenbogen spezialisiert ist. Als Orthopäde wird er jedoch auch von vielen Patienten aufgesucht, die unter Rückenschmerzen leiden. Diese sind für ihn aus medizinischer Sicht aber einfach nicht interessant.

Um seine Positionierung deutlich zu machen und seine Wunschpatienten direkt anzusprechen, hat er nun als erstes Bild auf seiner Website ein Foto von ihm im OP. So hat sich die Anzahl der klassischen Rückenschmerzpatienten in seiner Praxis drastisch reduziert, denn sie wenden sich ungern an einen Arzt, bei dem sie Sorge haben, direkt im OP zu landen. Stattdessen kommen mehr und mehr Wunschpatienten, auf der Suche nach minimal-invasiven Operationen in seine Praxis.

Menschlich sympathische Patienten: Für angenehmere Termine

Neben Patienten, die gut für Ihren Umsatz sind, und Patienten, die Sie medizinisch besonders interessieren, gibt es eine dritte Gruppe an Wunschpatienten: Es sind Patienten, die Ihnen einfach menschlich sympathisch sind.

Doch was haben sympathische Patienten mit Ihrer Arbeit als Arzt zu tun? Ganz einfach: Sie freuen sich auf die Termine mit Ihnen! Denn diese Termine empfinden Sie bestimmt als weniger anstrengend, unabhängig davon, wie medizinisch fordernd sie sind, und sie fallen Ihnen leichter als Termine mit Patienten, mit denen Sie wenig gemeinsam haben.

Hierzu gibt es spannendes Beispiel aus der Urologie: Ein reiseaffiner Urologe hat festgestellt, dass er am liebsten mit Patienten arbeitet, die ebenfalls schon in der Welt herumgekommen sind. Denn er tauscht sich gerne über Erfahrungen und fremde Kulturen aus. So macht ihm die Arbeit mehr Spaß und auch für die Patienten ist der Arztbesuch bei einem Gleichgesinnten, der ihren Lebensstil kennt und versteht, erheblich angenehmer.

Über die Zeit haben immer mehr solcher Patienten über Empfehlungen den Weg in seine Praxis gefunden. Denn ein Patient, der gerne reist, umgibt sich mit weiteren Menschen, die gerne reisen. Sind diese auf der Suche nach einem guten Urologen, landen sie mit hoher Wahrscheinlichkeit in der Praxis dieses klar positionierten Facharztes.

Fazit: Brauchen Sie Wunschpatienten?

Wie zu Beginn schon erwähnt, müssen Sie diese Frage selbst für sich beantworten. Doch vielleicht wünschen Sie sich mehr Umsatz, um sich endlich Unterstützung im Praxismanagement leisten zu können? Oder sicherlich fällt auch Ihnen etwas ein, das Sie aus medizinischer Sicht besonders gerne machen, oder Menschen, mit denen Sie besonders gerne zusammenarbeiten? Dann überlegen Sie sich doch einmal, mit welchem Außenauftritt oder anderen Maßnahmen Sie mehr dieser Patienten für Ihre Praxis gewinnen können.

*Über den Autor: Wolfgang Apel ist Betriebswirt und seit 17 Jahren als Praxisberater tätig. Er veröffentlicht regelmäßig den Podcast „Unternehmen Arztpraxis“. Gemeinsam mit dem Team der MediKom Consulting GmbH unterstützt er Arztpraxen aller Fachrichtungen, die mehr erreichen wollen: mehr Lebensqualität, mehr Wirtschaftlichkeit und mehr Zufriedenheit.

 

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Author's imageIlias TsimpoulisChief Medical Officer bei Doctolib
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