Impfplan für den großen Run in der Herbst- und Wintersaison
Bianca NuberWenn die Temperaturen sinken, steigt die Nachfrage an Schutzimpfungen mit einem Schlag. Wer die Praxis jetzt gut aufstellt, vermeidet Engpässe, Verwechslungen und Stress. Ein Überblick über die relevanten Impfungen der Saison und was organisatorisch zu beachten ist.
Influenza
Die STIKO empfiehlt die jährliche Grippeimpfung im Herbst. Für Personen ab 60 Jahren ist seit der Saison 2025/2026 sowohl der Hochdosis-Influenza-Impfstoff als auch der MF-59-adjuvantierte Impfstoff gleichwertig empfohlen – beide zeigen in dieser Altersgruppe eine bessere Wirksamkeit als Standarddosisimpfstoffe. Für alle anderen Indikationsgruppen (Schwangere, chronisch Kranke, medizinisches Personal) gilt weiterhin der inaktivierte Standardimpfstoff.
COVID-19
Die herbstliche Auffrischimpfung gegen COVID-19 ist laut STIKO für Personen ab 60 Jahren, Immungeschwächte, Bewohnende von Pflegeeinrichtungen sowie medizinisches Personal empfohlen. Zwischen COVID-19-Impfungen und anderen Totimpfstoffen muss kein Mindestabstand von 14 Tagen mehr eingehalten werden.
RSV
Hier empfiehlt die STIKO die Impfung als Standardimpfung für Personen ab 75 Jahren (einmalig) sowie als Indikationsimpfung für Personen zwischen 60 und 74 Jahren mit Risikofaktoren. Neben den proteinbasierten RSV-Impfstoffen ist auch ein mRNA-RSV-Impfstoff zugelassen und empfohlen.
Pneumokokken
Bei Personen, für die sowohl die Influenza- als auch die Pneumokokken-Impfung vorgesehen ist, sollte laut STIKO aktiv an beide erinnert werden: Bei Influenza-Erkrankungen kommt es gehäuft zu Sekundärinfektionen mit Pneumokokken. Die Herbstsaison ist ein guter Anlass, den Pneumokokken-Impfstatus aller relevanten Patient:innen zu prüfen.
Koadministration nutzen
Die gleichzeitige Gabe mehrerer Impfungen spart Zeit – für die Praxis und ihre Patienten. Folgendes ist laut STIKO möglich:
Influenza + proteinbasierter RSV-Impfstoff: Gleichzeitige Gabe möglich, Injektionen an unterschiedlichen Gliedmaßen.
Influenza + COVID-19: Gleichzeitige oder zeitnahe Gabe möglich.
Influenza + Pneumokokken: Gleichzeitige Gabe möglich.
COVID-19 + Pneumokokken + Influenza: kombinierbar (laut STIKO kein vorgeschriebener Mindestabstand zwischen Totimpfstoffen).
mRNA-RSV-Impfstoff + Influenza: Noch keine ausreichenden Daten zur gleichzeitigen Gabe. Bei anderen mRNA-Impfstoffen (z. B. COVID-19) sind bisher keine schwerwiegenden Unverträglichkeiten mit der Influenza-Impfung bekannt.
Wichtig für die Dokumentation: Bei simultaner Gabe jeden Impfstoff separat und mit Injektionsstelle dokumentieren.
So kommt ihre Praxis strukturiert durch die Impfsaison
Erinnerungssystem nutzen: Viele Praxissysteme ermöglichen automatisierte Recall-Funktionen per Brief, SMS oder E-Mail.Kurze Wartezimmerzeiten: Nach der Impfung gilt eine Nachbeobachtungszeit von 15–30 Minuten. Bei hohem Patientenaufkommen Wartebereich und Zeitslots entsprechend planen.
Frühzeitig planen: Impfsprechstunden oder -blöcke einrichten, bevor der Ansturm beginnt.
Patientenlisten anlegen: Wer gehört zu welcher Risikogruppe? Für RSV, Influenza, COVID-19 und Pneumokokken gibt es teils unterschiedliche Zielgruppen – eine Auswertung der Praxissoftware (z. B. nach Alter ≥ 60, Diagnosen) hilft beim Einladungsmanagement.
Erinnerungssystem nutzen: Viele Praxissysteme ermöglichen automatisierte Recall-Funktionen per Brief, SMS oder E-Mail.
Kurze Wartezimmerzeiten: Nach der Impfung gilt eine Nachbeobachtungszeit von 15–30 Minuten. Bei hohem Patientenaufkommen Wartebereich und Zeitslots entsprechend planen.