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Klinik

Eine Studie der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) in Hamburg hat 1000 Pflegekräfte in Deutschland befragt, was sie in der aktuellen Phase der Pandemie besonders belastet. Die Befragung fand im Zeitraum vom 31. Oktober 2020 bis zum 5. Januar 2021 statt. Die Ergebnisse dieser Studie sind vorab für das NDR-Politikmagazin “Panorama 3” ausgewertet worden.

Pflegebedürftige werden nicht mehr adäquat versorgt

88 Prozent der Befragten sagen, dass sie durch die Corona-Pandemie mehr Arbeit haben als sonst. Daraus resultiert, dass sie die Pflegebedürftigen nicht mehr adäquat versorgen können. Laut Studie geben 71 Prozent der Befragten an, dass sie die Versorgungsqualität der Pflegebedürftigen beeinträchtigt sehen. Bei den Intensivpflegenden sagen 75 Prozent, dass sie ihre Patienten nicht mehr so versorgen können, wie es sein sollte.

Angst vor einer Infektion dauerpräsent

Auf die Frage, was die Pflegenden am meisten belastet, antworten viele Pflegende, dass sie “Angst vor einer Infektion” haben. 70 Prozent der Befragten geben an, dass sie in einem Konflikt, in einem emotionalen Dilemma sind, zwischen ihrer beruflichen Aufgabe und der Angst sich selbst anzustecken. Bei den Intensivpflegenden sind es 66 Prozent. Denn wann welche Pflegekraft wirklich geimpft werden kann, ist noch nicht abzusehen.

Jede sechste Pflegekraft kann sich nicht mehr für den Job motivieren

Viele Pflegende ärgert sehr, dass ihre Hilferufe “weder vor der Pandemie noch während oder zwischen den zwei Wellen gehört wurden”. Zudem hätten viele Kollegen gekündigt, “weil sie die Situation nicht mehr ertragen”. Das spiegelt sich auch in den Zahlen wider: Denn 17 Prozent der Befragten haben keine Motivation mehr für ihren Job. Das ist jede sechste Pflegekraft. Diese 17 Prozent sind laut Studienleiterin stark gefährdet, komplett aus dem Beruf auszusteigen.