Rausgeschmissenes Geld?

KBV-Chef Gassen fordert Ende von Homöopathie-Finanzierung

Weil es an wissenschaftlichen Belegen für die Wirksamkeit von Alternativmedizin mangelt, fordert jetzt auch der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Dr. Andreas Gassen, einen Stopp der Finanzierung von Homöopathie durch die Krankenkassen. Gassen kritisierte die Einstufung als Kassenleistung gegenüber der Rheinischen Post.

Die Frage, ob Alternativmedizin wirklich wirkt und vor allem, wer die Kosten tragen muss, wird schon seit geraumer Zeit heftig diskutiert. Nun hat sich auch die KBV deutlich dazu positioniert. „Wer homöopathische Mittel haben möchte, soll sie auch bekommen, aber bitte nicht auf Kosten der Solidargemeinschaft“, sagt der Vorsitzende der Bundesvereinigung, Dr. Andreas Gassen, im Interview mit der Rheinischen Post.

Es gebe nach wie vor keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege für die Wirksamkeit homöopathischer Verfahren, betonte Gassen. Gesetzliche Krankenkassen sollten deshalb „grundsätzlich keine Leistungen der Alternativmedizin finanzieren dürfen, auch nicht als Satzungsleistung. Zwar ist die Homöopathe in Deutschland kein fester Bestandteil des gesetzlichen Leistungskatalogs, dennoch erstatten viele Kassen die Behandlung zumindest teilweise.

Gassen begrüßte das Vorgehen in Frankreich. Dort will die Regierung die Erstattung durch die gesetzlichen Krankenkassen streichen. Die Homöopathie wurde zuvor von der obersten Gesundheitsbehörde als nicht ausreichend wirksam eingeschätzt. Damit wird auch die Erstattung der Kosten als nicht gerechtfertigt angesehen.

Unterstützung bekommt Gassen aus der Politik. Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach sagte gegenüber der Rheinische Post es sei „auch in Deutschland falsch, dass Kassen aus Marketinggründen Homöopathie bezahlen“. Die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Christine Aschenberg-Dugnus, schloß sich an: „Homöopathie soll jeder, der sie haben möchte, auch erwerben können, aber auf Selbstzahlerbasis.“

Das Statement des Bundesgesundheitsministeriums klingt allerdings anders: Homöopathie habe „größere Teile der Ärzteschaft und weite Bevölkerungskreise“ für sich eingenommen und solle deshalb Leistung der Krankenkassen bleiben.

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