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Akute Infekte der oberen Atemwege mit ICD J06.9 g kodieren

von A&W Online

Ärztin mit ipad
Foto: Pixabay

Die Kodierung j06.9 bezeichnet die am häufigsten diagnostizierten Krankheiten der oberen Atemwege. Damit lassen sich auch Erkrankungen im Kontext des Coronavirus kodieren. Doch nicht nur in Zusammenhang mit COVID-19-Erkrankungen benötigen Ärzte den icd-10 code j06.9 häufig.

Der Winter ist die typische Zeit für Erkältungen und sonstige grippale Infekte. Entsprechend oft fällt die Diagnose in den Arztpraxen. Während der Erkältungssaison gehört damit auch die Codierung J06.9  zu den am häufigsten abgerechneten Behandlungsfällen.

Was bedeutet der ICD-10-Code J06.9?

Der ICD-10-Code J06.9 steht für die akute Infektion mehrerer oder nicht näher bezeichneter Lokalisationen der oberen Atemwege und damit für die am häufigsten diagnostizierte Infektion.

Warum J06.9 die am häufigsten gestellte Diagnose ist

Wenn ein Arzt bei einem gesetzlich Versicherten eine Leistung abrechnen will, muss die Diagnose nach dem Klassifikationssystem ICD-10 GM angegeben werden. Die Codierung J06.9 ist auf die Krankheiten der oberen Atemwege beschränkt. Eine akute Infektion der Atemwege ohne Differenzierung in obere und untere wird mit J22.- kodiert. Eine reine Tonsillitis sieht der Arzt selten, und mit reinem Erkältungsschnupfen geht selten ein Patient zum Arzt. Das bedeutet, dass die J06.9 g kodiert wird, wenn der Patient oder die Patientin, neben dem Erkältungsschnupfen zum Beispiel eine akute Sinusitis oder eine Pharyngitis hat. Da die Atemwege ein zusammenhängendes System sind, stellt sich schnell ein Infekt an mehreren Lokalisationen ein. Damit erübrigt sich die Codierung von J00 und J02.9 für Erkältungsschnupfen und nicht näher bezeichnete akute Pharyngitis, und es wird J06.9 g kodiert.

Fallstricke beim ICD-Code J06.9

In den vergangenen Jahren war die Abrechnung solcher Fälle noch einfacher. Da gab es die akute Infektion der oberen Atemwege (ICD J06.9) und kaum einen Patienten oder eine Patientin mit Influenza (J09.- – J11.-). Da die Klinik der Influenza mit schlagartigem massivem Temperaturanstieg so eindeutig ist, wurde normalerweise kein Virusnachweis gemacht und mit J11.- kodiert, was Grippe ohne Virusnachweis bedeutet.

Aufgrund der COVID-19-Infektionen ist die Diagnose und damit auch die Codierung schwieriger geworden: Mit SARS-CoV-2 ist ein neuer Player im Spiel. Dementsprechend wird nach den Vorgaben des Robert Koch-Institutes (RKI) getestet. Aktuelle Regelungen finden sich auf der Homepage des RKI.

Testdokumentation der COVID-19-Labortests

Der Labortest für COVID-19 wird mit U99.0G kodiert. Ein negatives Testergebnis wird mit U07.2G kodiert und ist nur nach Kontakt mit nachweislich positiv getesteter Person oder nach Hinweis auf gehäufte Pneumonien in Altenheimen oder Krankenhäusern nötig. Ein positiver Test wird mit U07.1G kodiert.

Abrechnung der J06.9

Die wichtigste Information zur EBM-Abrechnung betrifft die Laborbefreiungsnummer. Die 32006 muss bei Testung nicht mehr angegeben werden, damit das Laborbudget nicht belastet wird. Die sonstige Abrechnung erfolgt wie üblich, nur für die Testung sollte man regelmäßig die Homepage der KBV aufsuchen, da sich häufiger Änderungen ergeben. Bis zum 31. März 2021 kann bei der Diagnose eines akuten Infektes der oberen Atemwege (ICD-Schlüssel J06.9G) eine telefonische Krankschreibung (AU) erfolgen, die einmal verlängert werden darf. Ohne weiteren direkten Arzt-Patienten-Kontakt im Quartal wird die Gebührenordnungsposition (GOP) 01435 abgerechnet sowie die Sondernummer 88112. Die Gesundheitskarte muss dafür nicht eingelesen werden.

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Author's imageIlias TsimpoulisManaging Director bei Doctolib
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