Wirtschaftsnachrichten für Ärzte | ARZT & WIRTSCHAFT
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Ärztinnen und Ärzte haben viele Jahre studiert, unzählige Prüfungen bestanden, Nachtschichten geleistet und Verantwortung für Menschen übernommen. Das Bild nach außen perfekt: Sie haben ein gutes Einkommen und einen sicheren Beruf, vielleicht eine eigene Praxis oder eine leitende Position im Krankenhaus.

Doch ich beobachte immer häufiger ein Phänomen, das in meiner Kindheit noch unvorstellbar war. Damals lebte jede Ärztefamilie in einem schönen Haus – heute geben immer mehr den Traum vom Eigenheim auf. Obwohl die meisten Medizinerinnen und Mediziner deutlich mehr verdienen als der Durchschnitt, reicht das Geld oft nicht mehr für das Leben, das früher selbstverständlich schien.

Wie kann das sein? In erster Linie liegt es an den gestiegenen Immobilienpreisen, Lebenshaltungskosten und der Inflation. Dahinter steckt jedoch noch etwas anderes: Die meisten haben zwar gelernt, ihren Beruf auszuüben, aber nicht, wie sie richtig mit Geld umgehen. Früher war das kein Problem, denn es reichte aus, ein Sparbuch bei der lokalen Bank zu eröffnen. Heute müssen wir jedoch investieren lernen, um uns das gleiche Leben leisten zu können wie unsere Eltern.

Was erst mal nach Herausforderung klingt, ist in Wahrheit eine Riesenchance. Darum lassen Sie uns zusammen die vier Geldgesetze anschauen, denen vermögende Menschen seit Generationen folgen.

1. Geldgesetz: Verdienen

Der erste Schritt ist offensichtlich: Geld verdienen. Und genau das können Ärztinnen und Ärzte in der Regel sehr gut.

Trotzdem lohnt es sich, kreativ zu denken. Wer eine eigene Praxis führt, kann Prozesse optimieren, zusätzliche Leistungen anbieten oder neue Einkommensquellen erschließen. Ein höheres Einkommen schafft mehr Möglichkeiten – doch allein macht es uns selten reich.

2. Geldgesetz: Sparen

Schon beim zweiten Geldgesetz machen viele Menschen einen Fehler: Sie sparen nur das, was am Ende des Monats (bestenfalls) übrigbleibt. Legen Sie stattdessen vom ersten Gehalt an einen festen Anteil automatisch zur Seite und geben Sie erst dann Geld aus.

Als Faustregel empfehle ich, direkt nach Gehaltseingang mindestens 10, besser 20 Prozent des Nettoeinkommens zurückzulegen. So vermeiden Sie auch, dass Sie in die Falle der Lifestyle-Inflation tappen und mit steigendem Einkommen auch Ihre Ausgaben erhöhen. Wenn Sie Ihr Geld immer nur in das nächste größere Auto, den luxuriöseren Urlaub oder das teurere Restaurant stecken, wird Ihr Vermögen nicht wachsen.

Einen fixen Anteil zu sparen, schafft dagegen Sicherheit. Er bildet Liquidität und somit das Eigenkapital für größere Ziele. Doch wer beispielsweise monatlich 1.000 Euro spart, braucht viele Jahre, bis genug Eigenkapital für eine Immobilie in einer Großstadt zusammenkommt. Deshalb braucht es das dritte Geldgesetz.

3. Geldgesetz: Investieren

Hier beginnt der eigentliche Vermögensaufbau, denn Geld auf dem Konto arbeitet nicht – investiertes Geld schon. Am Anfang wirkt der Vermögensaufbau oft langsam, doch nach einigen Jahren entsteht eine Dynamik, die mit Sparen allein nie zu erreichen ist. Das liegt an der Kraft des Zinseszinseffekts.

Ein Beispiel: Sie starten mit 10.000 Euro und investieren zusätzlich 500 Euro monatlich. Nach zehn Jahren haben Sie insgesamt 70.000 Euro selbst eingezahlt.

Investieren Sie diesen Betrag breit gestreut, etwa in einen ETF, der den amerikanischen Aktienindex S&P 500 abbildet, werden bei einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von 10 Prozent rund 130.000 Euro daraus. Nach zehn Jahren stammen rund 60.000 Euro dann nicht aus eigener Arbeit und Sparen, sondern aus Rendite.

Wenn Sie wachstumsorientierter investieren, beispielsweise in ein konzentriertes Depot mit Unternehmen wie Microsoft, Amazon oder Alphabet, ist sogar noch mehr möglich: Bei einer langfristigen Rendite von 24 Prozent pro Jahr summiert sich Ihr Vermögen auf rund 296.000 Euro, wovon Sie 226.000 Euro nicht hart erarbeitet haben.

Das zeigt, welche Kraft langfristiges Investieren entfalten kann. Entscheidend ist dabei, dass Sie nicht blind oder in „heiße Tipps“ anderer investieren, sondern sich wirklich mit dem Aktienmarkt auseinandersetzen. Nur wenn Sie verstehen, wie die Börse funktioniert und die Unternehmen gezielt auswählen, können Sie das Risiko minimieren und von den Wachstumschancen profitieren. Investieren lässt sich aber lernen – genauso wie Sie operieren oder andere medizinische Maßnahmen gelernt haben.

Je früher Sie beginnen, desto stärker arbeitet der Zinseszinseffekt für Sie. Irgendwann erwirtschaftet Ihr Vermögen mehr Geld, als Sie selbst durch Ihre Arbeitszeit verdienen, und genau dann verändert sich Ihre finanzielle Zukunft. Mit den richtigen Aktien sprechen wir nicht mehr darüber, wie Sie sich ein Eigenheim leisten oder Ihren Lebensstandard im Alter aufrechterhalten können, dann sprechen wir über echten Vermögensaufbau.

Lassen Sie sich nicht von Ihren Gedanken und Glaubenssätzen kleinhalten: Wer investiert, muss sich große Ziele setzen. Es ist wie damals mit dem Abitur: Vielleicht haben Sie sich das 1er-Abi als Ziel gesetzt und es geschafft, auch wenn es teilweise unerreichbar schien. Genau mit dieser Intention habe ich mein Buch auch „Mami goes Millionär“ genannt und nicht „Mami schließt die Rentenlücke“.

4. Geldgesetz: Spenden

Das vierte Geldgesetz wird oft vergessen, dabei gehört es genauso zu einem gesunden Umgang mit Geld wie Verdienen, Sparen und Investieren. Denn wer finanziell erfolgreich ist, trägt Verantwortung und kann schon mit einem kleinen Beitrag Großes bewirken. Denken Sie daher daran circa zehn Prozent Ihres Einkommens zu spenden - am besten für Zwecke, deren Aufgaben und Ziele Ihnen wichtig sind. Selbst wenn es sich gerade vielleicht noch so anfühlt, als würde es nicht reichen, gibt Ihnen Spenden ein Gefühl von Reichtum und dass genug Geld da ist.

Fazit: Vermögensaufbau entsteht in der Balance

Die meisten Menschen konzentrieren sich ihr Leben lang auf das erste Geldgesetz: Sie arbeiten immer härter, um mehr zu verdienen. Doch echter Wohlstand entsteht erst, wenn alle Geldgesetze zusammenspielen. Wer die vier Bereiche in Balance bringt, baut nicht nur Vermögen auf, sondern gewinnt Freiheit, Gelassenheit und schafft die Möglichkeit, Träume zu verwirklichen – vom Eigenheim bis zur finanziellen Unabhängigkeit.

Dr. Carmen Mayer

Dr. Carmen Mayer

Dr. Carmen Mayer ist promovierte Biochemikerin und eine der führenden Expertinnen für erfolgreiche Anlagestrategien. Sie ist Autorin des Spiegelbestsellers „Mami goes Millionär – Wie du mit Aktien finanziell frei wirst“. Wissen und konkrete Tipps zu den Themen Mindset, Finanzanlage, Aktien und mehr teilt sie auf ihrem Youtube-Kanal und in ihrem Podcast „Mami goes Millionär“.

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