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Finanzen

Herr Stadler, wie im Oktober 2022, als der Aktienmarkt bereits über Monate gefallen war, sind auch in diesem Herbst viele Anleger verunsichert. Dieses Mal sorgt neben dem Ukraine-Krieg ein möglicher Flächenbrand im Nahen Osten für Besorgnis. Zu Recht?

Thilo Stadler: Nicht wirklich! Zum einen ist der breite Aktienmarkt von Oktober 22 bis August 23 nicht gefallen wie in dem von Ihnen beschriebenen Zeitraum, sondern deutlich gestiegen – allen voran die Tech-Börse Nasdaq, die um bis zu 50 Prozent nach oben kletterte. Das ist eine deutlich positivere Ausgangslage! Und die aktuelle Korrektur seit August ist in ihrem Ausmaß von rund 15 Prozent und ihrer zeitlichen Ausdehnung von zwei bis drei Monaten saisonal üblich und dürfte in diesen Tagen enden.

Und zum anderen?

Thilo Stadler: Zum anderen wird die Bedeutung politischer und militärischer Krisen für die Börsenentwicklung von vielen Privatanlegern notorisch überschätzt. Die Angst spielt hier eine große Rolle. Wer immer dann seine Aktien verkauft oder keine Aktien gekauft hätte, wenn es irgendwo eine größere Krise oder einen Krieg gab, hätte ein viel geringeres Vermögen beisammen als ein Investor, der seine Fonds oder ETFs einfach im Depot liegen ließ. Für Anleger war es noch nie eine gute Idee, sich an Krisen zu orientieren.

Warum machen es dann so viele?

Sehen Sie, für Banken und andere Akteure am Finanzmarkt ist es durchaus rational, ihre Meinung zum Markt- und Weltgeschehen mitzuteilen. Auf die Weise positionieren sie sich in der Öffentlichkeit und bringen sich auch bei Interessenten und Kunden in Erinnerung. Dazu kommen zahlreiche (selbsternannte) Experten, die mit dem Prognose-Business ihre Brötchen verdienen. Viele Anleger glauben deshalb, dass sie auf Entwicklungen an den Märkten ebenso reagieren müssten wie Manager aktiv verwalteter Fonds – also kaufen oder verkaufen. Das ist aber falsch!

Wie sollte man stattdessen vorgehen?

Privatanleger sollten einen Investment-Plan machen oder erstellen lassen, der ihre finanziellen Möglichkeiten wie auch ihr Risikoprofil berücksichtigt. Auf dieser Basis wird dann festgelegt, in welche Anlageklassen – Aktien, Anleihen, Immobilien, Gold – und in welche Weltregionen investiert werden soll. Erst dann fließt das Geld in ETFs, Fonds oder eventuell in einzelne Aktien.

Und damit sind Anleger geschützt gegen angstgetriebenes Handeln?

Die Chancen sind jedenfalls größer, als wenn man planlos investiert. Dabei hilft es, Meinungen zu ignorieren, die Angst unter Anlegern schüren. Auch eine gewisse „News-Diät“ leistet Positives.

Günstige weltweite und regionale Aktien-ETFs
Auswahl von Indizes, Quelle für ETFs: justetf.com, Anbieter, Stand: 13.11.2023, Recherche: Jürgen Lutz

Alles Fonds arbeiten mit vollständiger oder teilweiser Replikation (keine Swaps)

Name ISIN Gesamtkosten (TER)
USA
Xtrackers S&P 500 IE000Z9SJA06 0,06 %
SPDR S&P 500 EUR Hedged IE00BYYW2V44 0,05 %
Xtrackers Nasdaq 100 IE00BMFKG444 0,20 %
Invesco Nasdaq 100 EUR Hedged IE00BYVTMS52 0,35 %
Europa / Euro-Zone
Lyxor Core Stoxx 600 LU0908500753 0,07 %
Xtrackers MSCI Europe LU0274209237 0,12 %
Japan
Xtrackers MSCI Japan LU0274209740 0,20 %
Xtrackers MSCI Japan EUR hedged LU0659580079 0,40 %
Industrieländer
Vanguard FTSE Developed World IE00BK5BQV03 0,12 %
Lyxor Core MSCI World LU1781541179 0,12 %
iShares MSCI World EUR Hedged IE00B441G979 0,55 %
Schwellenländer
Vanguard FTSE Emerging Markets IE00BK5BR733 0,22 %
iShares MSCI Emerging Markets IE00B4L5YC18 0,22 %