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Geldanlagen

Der Beginn des Irankriegs am 28. Fe­bruar dieses Jahres bedeutete in vielerlei Hinsicht eine Zäsur. Auch die Finanzmärkte reagieren seitdem immer wieder nervös auf Entwicklungen im Nahen Osten, viele Anleger sind durch die angespannte geopolitische Lage verunsichert. Das zeigt sich auch an der erratischen Politik von US-Präsident Donald Trump, die auch die Stabilität von einst als sicher und risikofrei geltenden Anlageformen gefährdet.

„Aus makroökonomischer Sicht sehen wir das Ende der US-Staatsanleihen als risikoloser Anker“, sagt André Mader, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter SCA Portfoliomanagement GmbH in Neutraubling bei Regensburg. „Die Staatsverschuldung beträgt bereits 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und soll den Prognosen nach weiter steigen. Das hat zur Folge, dass die Zinsausgaben mittlerweile mehr als 13 Prozent der gesamten Staatsausgaben ausmachen und das Niveau, das die meisten Marktbeobachter sehen, nicht mehr tragfähig ist.“

Das sinkende Vertrauen in US-Staatsanleihen rückt daher Investments in Gold und Silber wieder in den Fokus. Preis­liche Schwankungen der beiden Edelmetalle waren zuletzt in erster Linie eine Korrektur der Märkte, so Mader. „Hier spielten insbesondere Inflationsängste im Zuge des ausgebrochenen Irankriegs eine Rolle und die Schwankungen werden erst mal bestehen bleiben.“

Gold bei Zentralbanken weiterhin hoch im Kurs

Gleichzeitig müsse der Zusammenhang zwischen den erwarteten Zinssätzen bei US-Staatsanleihen und den Goldpreisen beobachtet werden. „Sollten zum Beispiel die Renditen der zehnjährigen US-Staatsanleihen wieder in Richtung vier Prozent zurückgehen, bestünde theoretisch die Chance, dass Gold erneut über die Marke von 5.000 Dollar notiert.“ Zuletzt war dies zu Jahresbeginn der Fall, als der Goldkurs Spitzenwerte von fast 5.500 Dollar erreichte. Zum Vergleich: Vom 15. Juni bis 15. Juli dieses Jahres bewegte sich der Goldpreis zwischen 4.000 und 4.250 Dollar.

Hinzu kommt, dass Gold bei Zentralbanken weiterhin sehr nachgefragt ist. „Dem World Gold Council (weltweite Vereinigung der Goldindustrie, mit dem Ziel, die Nachfrage nach Gold anzuregen und stabil zu halten, Anm. d. Red.) zufolge haben die Zentralbankkäufe im Jahr 2024 zum dritten Mal in Folge die Marke von 1.000 Tonnen übertroffen. Für 2026 rechnet man ungefähr mit 800 Tonnen, was auf Käuferseite ein gutes Signal ist, wenn die Nachfrage sehr hoch ist“, analysiert Mader. Gold kann daher als Diversifikationselement zur Vermeidung der Geldentwertung ein Depotbestandteil sein: „In der aktuellen Lage mit den fiskalisch überdehnten Staatsanleihen und der abnehmenden Attraktivität der US-Staatsanleihen ist eine Allokation am oberen Ende der Bandbreite für uns vertretbar, also ein Goldbestand von acht bis zehn Prozent im Portfolio.“    

Gold oder Silber im Portfolio - was sollte höher gewichtet werden?

Auch Silber kann nach Maders Einschätzung einen Teil des verwalteten Vermögens ausmachen. Hier ist die Gewichtung im Vergleich zu Gold zurückhaltender und sollte zwei bis fünf Prozent als Beimischung im Gesamtportfolio ausmachen. Wer in Silber investieren will, sollte eine offensive Risikoneigung an den Tag legen. Der Silberkurs gilt einerseits als sehr volatil, da er verstärkt von der industriellen Nachfrage abhängt, insbesondere für technologische Produkte wie Rechenzentren oder Halbleiter. Auf der anderen Seite ist bei Silber die steuerliche Thematik zu berücksichtigen, bei Investitionen fallen 19 Prozent Mehrwertsteuer an, während der Kauf von Gold von der Mehrwertsteuer befreit ist.

Zudem sind Gewinne von physisch gehaltenem Gold nach einem Jahr dauerhaft steuerfrei. „Die Steuer lässt sich bei Silber auch umgehen, indem Anleger Silberpositionen über ETFs abbilden“, fügt Mader hinzu. Ärztinnen und Ärzte, die in Gold und Silber investieren möchten, sollten zudem einen weiteren Faktor im Blick haben: „Wir schauen uns auch immer die Gold-Silber-Ratio an, sprich: Wir vergleichen das Preisverhältnis zwischen den beiden Edelmetallen und sehen dadurch, wie viele Unzen Silber notwendig sind, um eine Unze Gold zu erwerben.“    

Gold-Investments: Auf physische Besicherung achten

Bei der Suche nach passenden Anlageprodukten rät Mader zu ETCs. Das Kürzel ETC steht für „Exchange Traded Commodities“ und beschreibt Rohstoffe, die an der Börse gehandelt werden. So können Anleger an der Wertentwicklung des Edelmetalls partizipieren und erhalten dafür eine zusätzliche Sicherheit. „Der Vorteil von ETCs ist, dass sie physisch hinterlegt sind, zum Beispiel in einer Bank. Das macht das Produkt insgesamt weniger spekulativ.“

Je nach Präferenz könnte ein Portfolio neben Gold und Silber auch Rohstoff-ETFs beinhalten, um beispielsweise an der Wertschöpfung von Kupfer oder von seltenen Erden zu profitieren. „Es ist hier ein Stück weit den Anlegern auch selbst überlassen, wie breit sie sich aufstellen lassen möchten“, fasst Mader zusammen.

Ein Investment in Gold und Silber funktioniere prinzipiell auch über den Kauf von Münzen oder Barren. „Wenn ich mich sozusagen auf diesem klassischen Weg mit Edelmetallen absichern möchte, muss ich im Vergleich zu ETCs gegebenenfalls mit höheren Kosten kalkulieren.“ Unterm Strich bietet der sichere Hafen Gold viele Optionen, um gewinnbringend anzulegen und den derzeitigen politischen Schlingerkurs bei US-Staatsanleihen zu umschiffen.

Bitte beachten Sie: Der Beitrag dient nur der allgemeinen Information zum Thema und kann die individuelle Beratung und Risikobewertung eines Finanzberaters nicht ersetzen.

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