Wie Anleger eine Dividendenstrategie am besten umsetzen
Gerd HübnerNeben einem breit gestreuten Kerninvestment kann es für Anleger attraktiv sein, eine Dividendenstrategie zu verfolgen. Denn eine solche Strategie kann zusätzliche Stabilität für das Gesamtportfolio und laufende Einnahmen bieten.
Um eine solche Strategie umzusetzen, gibt es aber eine ganze Reihe von Möglichkeiten.
ETF auf Dividendenaktien
Der einfachste Weg ist es, in einen Exchange Traded Fund (ETF) auf Dividendenaktien zu investieren. Solche ETFs bilden Dividendenindizes wie den DivDax oder den S&P Dividend Aristocrats nach, wobei Transparenz, gute Handelbarkeit und niedrige Kosten wesentliche Vorteile von ETFs sind.
Allerdings müssen sich Anleger genau ansehen, wie ein solcher Index funktioniert. „Beim DivDax, der die 15 dividendenstärksten Titel aus dem Dax enthält, geht es rein nach der Höhe der Dividendenrendite“, erklärt Stefanie Dyballe von der KSW Vermögensverwaltung AG in Nürnberg. Jedoch empfehlen die meisten Experten vor allem auf dauerhafte und stabile Ausschüttungen zu setzen. „Das finden Anleger bei Indizes auf Dividendenaristokraten, bei den es um die Kontinuität der Ausschüttung geht“, sagt Dyballa weiter. So müssen die Unternehmen im S&P US Dividend Aristocrats mindestens 25 Jahre am Stück ihre Dividende erhöht haben.
Aktiv gemanagte Dividenden- oder Income-Fonds
Eine Alternative sind aktiv gemanagte Dividenden- oder Income-Fonds, bei denen Fondsmanager die aussichtsreichsten Titel auswählen.
Allerdings sollten Anleger sich auch hier genau informieren, wie die Auswahl der Einzeltitel funktioniert. Konkret sollte es nicht allein um die Höhe der Dividendenrendite gehen, sondern auch um die Qualität eines Geschäftsmodells oder Bilanzkennzahlen, da dies die Grundlage für nachhaltig hohe Ausschüttungen ist. Ein weiterer Vorteil eines aktiven Ansatzes ist darüber hinaus, dass so auch Unternehmen berücksichtigt werden können, deren Dividendenrendite vielleicht noch nicht so hoch ist, bei denen die Ausschüttungen aber stark wachsen.
Selbst erstelltes Dividendenportfolio
Solche Titel können auch berücksichtigt werden, wenn man die dritte Option verfolgt – nämlich sich selbst ein Portfolio aus einzelnen Dividendentiteln zusammenzustellen. „Um auf eine ausreichende Streuung zu kommen, muss man aber schon ein größeres Vermögen haben“, sagt Dyballa. Außerdem eignet sich das nur für Anleger, sich selbst mit den Kennzahlen eines Unternehmens wie dem Cashflow und der Ausschüttungspolitik auseinandersetzen und die auch Konzentrationsrisiken selbst steuern wollen. Für alle anderen sind aktiv gemanagte Dividendenfonds oder Dividenden-ETFs die bessere Wahl.
Dividenden-ETFs (Auswahl): |
VanEck Morningstar Developed Markets Dividend Leaders ETF (ISIN: NL0011683594) |
SPDR S&P US Dividend Aristocrats ETF (IE00B6YX5D40) |
SPDR S&P Global Dividend Aristocrats ETF (IE00B9CQXS71) |
Xtrackers STOXX Global Select Dividend 100 Swap ETF (LU0292096186) |
iShares MSCI Europe Quality Dividend Advanced ETF EUR (IE00BYYHSM20) |
Aktive Dividendenfonds (Auswahl): |
ACATIS Value und Dividende (AT0000A146T3) |
JP Morgan Global Dividend (LU0329202252) |
M&G (Lux) Global Dividend (LU1670710075) |
Flossbach von Storch - Dividend R (LU0831568729) |
DWS Top Dividende (DE0009848119) |
V-Bank