"Dramatische Fehlentscheidungen"

Online-Petition: IG Med fordert Rücktritt von Jens Spahn

“Die Liste des Versagens ist inzwischen zu  lang – Herr Spahn, treten Sie bitte zurück!” Die IG Med fordert nach “dramatischen Fehlentscheidungen” des Bundesgesundheitsministers Konsequenzen – und Jens Spahn zum Rücktritt auf. Eine entsprechende Online-Petition läuft.

Nicht erst seit der Corona-Pandemie ist klar: Ansichten und Entscheidungen des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn stoßen bei Heilberuflern nur selten auf Begeisterung. Als Antwort auf den Pflegenotstand forderte er, dass die vorhandenen Pflegekräfte einfach vier Stunden länger arbeiten sollen. Hausärzte, die sich kritisch äußern, wurden mit dem Hinweis abgebügelt, es werde doch niemand gezwungen, Kassenarzt zu werden. Sein Rezept gegen überfüllte Notaufnahmen war nicht der Ausbau, sondern die Schließung von Ambulanzen.

Spahns Umgang mit der Corona-Krise ist leider auch nicht besser: Als Experten bereits eindringlich vor einer Pandemie warnten, stufte er das Risiko weiterhin als gering ein. Als Hersteller von Schutzausrüstungen bereits auf die kommende Verknappung hinwiesen und Hilfe anboten, wurden sie wochenlang ignoriert. Ergebnis: Noch immer warten vielerorts Kliniken und Praxen vergeblich darauf, dass sie ausreichend mit Schutzausrüstung versorgt werden. Statt Masken gab es immerhin ein freundliches Schreiben vom Gesundheitsminister.

Jens Spahn soll endlich gehen

Die IG Med will jedenfalls dafür sorgen, dass die “dramatischen Fehlentscheidungen” des Jens Spahn nicht so schnell vergessen werden und hat gemeinsam mit der Deutschen Ärztegewerkschaft und dem Pflegebündnis Grafschaft/Emsland eine Online-Petition gestartet in der Jens Spahn zum Rücktritt aufgefordert wird. Begründung: “Die Liste des Versagens ist inzwischen zu lang”.

Schon vor der Pandemie habe Spahn das Gesundheitswesen mit seiner Gesetzesflut so massiv geschwächt, dass die dort Tätigen weiter demotiviert, die Strukturen weiter ausgedünnt und unterfinanziert worden seien. Beim Corona-Krisenmanagement habe der Minister dann komplett versagt: “Statt Masken bekommen wir Bilder von Ministerbesuchen in Fabriken, statt Desinfektionsmittel bekommen wir Ausgangsbeschränkungen, statt versprochener Impfungen und Medikamente nur Worte.” Spahn solle die Konsequenzen aus seinen Fehlern ziehen und seinen Rücktritt erklären.

Wer die Petition unterstützen möchte, kann das hier tun: https://www.change.org

Könnte Helge Braun es besser?

Während Jens Spahn aufgrund seines unprofessionellen Vorgehens vor allem von Ärzten und Klinikmitarbeitern hart kritisiert wird, gewinnt ein bislang eher unscheinbarer Politiker immer mehr Sympathien. Viele Heilberufler würden wohl Helge Braun, den aktuellen Chef des Bundeskanzleramts, auf seinem Posten des Gesundheitsministers sehen. Der profiliert sich derzeit im Hintergrund als durchaus guter Krisenmanager und bringt als ehemaliger Narkosearzt und Intensivmediziner auch den nötigen Background mit. Im Gegensatz zu Jens Spahn, der als gelernter Bankkaufmann nur die Zahlen des Gesundheitssystems vor Augen hatte und die Rechnung für seine Fehler nun andere begleichen lässt.

 

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