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Dermatologie
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Was ist Urtikaria? Formen, Symptome und Verlauf im Überblick

Bei der Urtikaria treten plötzlich juckende Quaddeln und/oder tiefe Schwellungen der Haut (Angioödeme) auf, wobei die Quaddeln innerhalb von 30 Minuten bis 24 Stunden zurückgehen und Angioödeme bis zu 72 Stunden anhalten können. Kommt es über einen Zeitraum von maximal sechs Wochen zu diesen Symptomen, spricht man von einer akuten Urtikaria. Als chronisch eingestuft wird die Erkrankung, wenn die Symptomatik länger als sechs Wochen vorliegt. Als spontan gilt die Urtikaria, wenn sich keine Auslöser finden lassen. Treten die Symptome hingegen immer nur dann auf, wenn bestimmte auslösende Faktoren vorhanden sind, handelt es sich um eine induzierbare Urtikaria. Beispiele für eine chronische induzierbare Urtikaria (CIndU) sind Wärme-, Kälte- und Licht-Urtikaria sowie cholinergische Urtikaria (Schwitz-Urtikaria).

Trigger bei Urtikaria vermeiden: Welche Auslöser relevant sind

Laut der S3-Leitlinie Urtikaria ist es bei den meisten Betroffenen nicht möglich, die zugrunde liegenden Ursachen zu eliminieren. Hingegen wird empfohlen, auslösende Faktoren möglichst zu vermeiden. Damit lasse sich zwar die Krankheitsaktivität der CIndU reduzieren, aber die Erkrankung trotzdem nicht komplett kontrollieren. Patienten sollten ausführlich darüber aufgeklärt werden, wie sie relevante Trigger-Expositionen erkennen und minimieren können. So sei es wichtig zu wissen, dass bei der verzögerten Druck-Urtikaria der Druck als Kraft pro Fläche definiert ist und dass zum Beispiel die Verbreiterung des Griffs von schweren Taschen schon hilfreich sein kann. Ähnliches gelte für die Kälte-Urtikaria, bei der der Einfluss des Windchill-Effekts bei kaltem Wind beachtet werden müsse. Auch könne bei der Licht-Urtikaria die genaue Bestimmung des Bereichs der auslösenden Wellenlängen entscheidend für die Auswahl von Sonnenschutzmitteln oder von Lichtquellen mit einem entsprechenden UV-Filter sein. Bei vielen Erkrankten sei allerdings die Schwelle für den relevanten physikalischen Auslöser niedrig, weshalb es praktisch unmöglich sei, die Auslöser völlig zu umgehen. Zudem könne die Lebensqualität deutlich beeinträchtigt sein, wenn bei cholinergischer Urtikaria völlig auf Bewegung oder bei Licht-Urtikaria gänzlich auf Aufenthalte im Freien verzichtet wird.

Chronische spontane Urtikaria: Mögliche Auslöser und Begleitfaktoren

Womöglich spielen Infektionen und entzündliche Prozesse bei der chronischen spontanen Urtikaria (CSU), aber nicht bei CIndU, eine Rolle. Die Evidenz hierzu ist noch gering. Trotzdem empfiehlt die S3-Leitlinie, eine Infektion des Magen-Darm-Trakts mit Helicobacter pylori auszuschließen und chronische Entzündungen zu behandeln, auch um die Entwicklung von Folgeerkrankungen wie Malignomen zu verhindern. Daneben könne es bei der CSU hilfreich sein, individuell relevante und unspezifische Triggerfaktoren wie Stress zu umgehen. Dazu gehört auch, Medikamente abzusetzen, die im Verdacht stehen, die Urtikaria zu verschlimmern (z. B. nichtsteroidale Antirheumatika). Schlägt bei der CSU keine andere Behandlung an und wurden funktionelle Autoantikörper nachgewiesen, könnte deren Reduktion durch eine Plasmapherese oder durch immunsuppressive Medikamente in Erwägung gezogen werden.

Ernährung bei Urtikaria: Können Allergene und Histamin Beschwerden verstärken?

In seltenen Fällen liegt eine Immunglobulin-E-vermittelte Nahrungsmittelallergie bei der CSU vor, was den Verzicht auf die entsprechenden Allergene nötig macht. Auch gibt es Hinweise darauf, dass eine Nahrungsumstellung bei pseudoallergischen Reaktionen auf Nahrungsmittelbestandteile oder eine histaminarme Diät die Symptome verbessern könnten.

Toleranz bei Kälte-, Schwitz- und Licht-Urtikaria gezielt induzieren

Bei Kälte-, Schwitz- und Licht-Urtikaria kann versucht werden, eine Toleranz auf den krankheitsauslösenden Faktor zu induzieren, zum Beispiel mit einer täglichen kalten Dusche bei Kälte-Urtikaria.

Quelle:

S3-Leitlinie: Klassifikation, Diagnostik und Therapie der Urtikaria

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