Tagesgeld-Hopping: Garantie für gute Zinsen?
Heiko FeketeStets verfügbar und flexible Zinsen: Damit werben viele Anbieter von Tagesgeldkonten, um im umkämpften Markt Kunden für sich zu gewinnen. Wie können Anlegerinnen und Anleger durch „Tagesgeld-Hopping“ von der Zinsschlacht profitieren?
Finanzexperten empfehlen oft, Tagesgeld als konservative Beimischung in ein breiteres Portfolio einzubauen. Denn im Unterschied zum herkömmlichen Girokonto bei der Bank wirft ein Tagesgeldkonto Zinsen ab und kann so dazu dienen, Ersparnisse mit einem Plus anzulegen. Die Höhe der Zinsen variiert dabei je nach Kreditinstitut. Im unteren Bereich werben Banken mit durchschnittlichen Zinssätzen von einem Prozent p.a. bis 1,5 Prozent p.a., während bei anderen Angeboten je nach Laufzeit zwischen 2,3 Prozent p.a. und 3 Prozent p.a. herausspringen können.
Rechenbeispiel: Wie Kunden von Zinsen profitieren
Bei einem Anlagebetrag von 10.000 Euro über die Dauer von zwei Jahren liegt der Zinsertrag bei einem Durchschnittszins von 2,32 Prozent p.a. bei 470 Euro. Selbst bei 1,5 Prozent p.a. ist in diesem Fall noch ein Zinsertrag von rund 300 Euro möglich. Die unterschiedlichen Summen zeigen allerdings auch, dass ein sogenanntes Tagesgeld-Hopping oder Zinshopping rentabel sein kann.
Tagesgeld-Angebote genau prüfen
Beim Tagesgeld-Hopping können Kunden zwischen verschiedenen Tagesgeldkonten wechseln, um so von den aktuell höchsten Zinsen zu profitieren. Sie nutzen damit die besondere Flexibilität dieses Modells: Zum einen sind Tagesgeldzinsen variabel und ändern sich oft monatlich oder gar wöchentlich. Zum anderen sind auch die Laufzeiten flexibel und ermöglichen so einen einfachen Wechsel zwischen den Anbietern. Es kann sich daher für Verbraucher lohnen, die Zinssätze der Anbieter regelmäßig zu vergleichen.
Eventuell kann auch noch das bisherige Konto weiterlaufen und nicht gekündigt werden, sofern die Kontoführung kostenfrei ist. So besteht auch die Chance, zum ehemaligen Anbieter wieder zurückzuwechseln, wenn die Zinsen hier wieder besser sind. Auch beim Kontowechsel fallen meist keine Gebühren an. Allerdings sollten Ärztinnen und Ärzte mit Tagesgeld im Depot die Angebote genau unter die Lupe nehmen: Manche Zinsen gelten nur für Neukunden und nur für einen bestimmten Zeitraum und dienen so als Lockmittel, ähnlich wie Wechselprämien.
Oft Flexibilität und Geduld bei Tagesgeld-Hopping nötig
Zudem sind während der Wechselphase vorübergehend keine Zinsen verfügbar. Bedeutet: In der Zeit, in der das Geld auf dem Referenzkonto liegt, bevor es auf das neue Tagesgeldkonto umgeschichtet wird, erhalten Kunden keine Tagesgeldzinsen. Die Dauer der Umschichtung hängt vom jeweiligen Kreditinstitut ab. Für Tagesgeldhopping ist damit oft ein hohes Maß an Flexibilität sowie Zeit und Geduld erforderlich. Ein Wechsel bei nur geringfügigen Zinsänderungen lohnt sich daher meist wegen des Aufwands nicht. Besser ist es, die Zinsen über einen längeren Zeitraum zu vergleichen und so im gegebenen Fall einen Anbieter mit jährlich stabilen Zinsen auszuwählen. Insgesamt zählen Tagesgeldkonten zu den risikoärmeren Geldanlagen, da sie die Einlagensicherung bis 100.000 Euro garantieren.