Wirtschaftsnachrichten für Ärzte | ARZT & WIRTSCHAFT
Praxisfinanzierung

Zwischen dem ersten und dritten Quartal 2025 konnten Praxisinhaber noch mit geringeren Beschaffungskosten kalkulieren: In diesem Zeitraum pen­delte sich der Preisindex des Onlineshops „Praxisdienst“ bei rund 100 Punkten ein. Zum Jahresende stieg er dann auf 101,75 Punkte, im ersten Quartal 2026 beträgt er 103,02 Punkte. Das entspricht einer Steigerung zum Vorjahresquartal um 1,75 Punkte. Zugleich ist dies der höchste Stand seit Erfassung des Preisindex in Q1/2021.    

Die Teuerung macht sich auch in allen Produktkategorien bemerkbar (siehe Übersicht unten). Am höchsten stiegen die Preise für Laborbedarf (+2,03 Punkte im Vergleich zu Q4/2025), gefolgt von Schutzkleidung (+1,99 Punkte). Einzig bei Einmalinstrumenten und Sets für den OP-Bedarf gibt es einen mini­malen Rückgang um 0,16 Punkte.    

Preisindex: Hersteller geben hohe Preise weiter

Ein Grund für die höheren Kosten sind laut Praxisdienst-Preismanagerin Małgorzata Paulus Preiserhöhungen der Hersteller, die in der Regel mit dem Jahreswechsel umgesetzt wurden. Dieser Effekt sorgte bereits zum Jahresende 2025 dafür, dass die Aufwendungen für ärztliches Zubehör nach oben gingen. „Bisher entsprechen die an die Kunden weitergereichten Preiserhöhungen noch nicht dem vollen Umfang der Herstellerpreissteigerungen“, so Paulus weiter. Günstiger eingekaufte Lagerware wird zudem bald abverkauft sein und der Euro hat gegenüber dem US-Dollar in den vergangenen Wochen merklich nachgegeben, analysiert Paulus. Die zuletzt gestiegenen Energiekosten sind noch kein unmittelbarer Faktor für den erhöhten Preisindex. Das dürfte sich im weiteren Jahresverlauf ändern.

Auch Wechselkurse und Transportkosten sorgen für Preisanstieg

„Sowohl bei den Rohstoffpreisen als auch bei den Transportkosten rechnen wir künftig mit deutlichen Kostensteigerungen. Speditionen, Airlines sowie Reedereien erheben zunehmend Zuschläge“, sagt die Preismanagerin. Zusammenfassend erwartet sie fürs zweite Quartal 2026 aufgrund weiterer Preiserhöhungen durch die Hersteller, eines ungünstigeren Wechsel­kurses zwischen US-Dollar und Euro sowie steigender Transportkosten eine deutliche Preissteigerung. Für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte wird es damit wieder darauf ankommen, zum Beispiel durch gezielte Angebotsvergleiche die Kosten für die eigene Praxis möglichst im Rahmen zu halten.        

Die Einzelkategorien im 1. Quartal 2026

  • Schutzkleidung: 103,80 Pkt. (+1,99 Pkt.)

  • Wund- und Verbandmaterial: 100,15 Pkt. (+0,78 Pkt.)

  • Hygieneartikel/Papierprodukte: 104,65 Pkt. (+1,27 Pkt.)

  • Desinfektion: 101,16 Pkt. (+1,64 Pkt.)

  • OP-Bedarf (Einmalinstrumente): 103,59 Pkt. (-0,16 Pkt.)

  • OP-Bedarf (sonstiges): 100,49 Pkt. (+1,01 Pkt.)

  • Laborbedarf: 104,70 Pkt. (+2,03 Pkt.)

  • Infusion & Injektion: 105,61 Pkt. (+1,63 Pkt.)

So funktioniert der Praxisdienst-Preisindex für Praxisbedarf

Der Onlineshop Praxisdienst beobachtet permanent die Änderung der Marktpreise und passt seine Verkaufspreise daran an. Da niedergelassene Ärzte die Ausgaben für Verbrauchsmaterial selbst tragen müssen, ist die systematische Erfassung und Darstellung dieser Kostenposition nützlich für eine effiziente Praxisplanung.

Der Preisindex bildet quartalsweise die durchschnittlichen Verkaufspreise im Praxisdienst-Onlineshop ab. Er setzt sich aus acht gleichgewichteten Produktkategorien zusammen. Darin erfasst sind jeweils die 25 meistverkauften Artikel. Basis, um die Entwicklung im Zeitverlauf bestimmen zu können, ist das erste Quartal 2021 mit einem Ausgangswert von 100 Punkten.

In jeder Kategorie werden die beiden Artikel mit den stärksten Abweichungen zum letzten Quartal – positiv wie negativ – nicht zur Berechnung herangezogen. Damit möchte Praxisdienst ausschließen, dass extreme Preisveränderungen bei Einzelartikeln, zum Beispiel aufgrund von Lieferproblemen eines Herstellers oder stark erhöhter Nachfrage, den Index verzerren.

Stichwörter