Preisindex: Preise für Praxisbedarf wieder gestiegen
Heiko FeketeNach einer längeren Phase der preislichen Entspannung ist ärztliches Zubehör im vierten Quartal 2025 insgesamt wieder teurer geworden. Durch die Marktentwicklung dürfte sich daran auch zu Jahresbeginn 2026 wenig ändern.
Große Preissprünge blieben im bisherigen Jahresverlauf aus: Vom ersten Quartal 2025 bis zum dritten Quartal 2025 haben niedergelassene Ärzte für medizinisches Verbrauchsmaterial weniger investieren müssen, der Preisindex ist in diesem Zeitraum konstant gesunken. Zum Jahresabschluss gibt es hingegen wieder einen Kostenanstieg. In Q4/2025 lag der Preisindex des Online-Shops „praxisdienst.de“ bei 101,75 Punkten und damit 1,75 Punkte über dem Vorquartal. Damit liegt der Index wieder auf dem Niveau des Vorjahres (101,76 Punkte in Q4/2024).
Preisanstieg insbesondere bei Infusions- und Hygieneartikel
Die Beschaffungskosten sind dabei in fünf von acht Produktkategorien gestiegen. Besonders verteuert haben sich Artikel aus dem Bereich „Infusion & Injektion“ (+3,57 Punkte im Vergleich zum Vorquartal) sowie aus dem Bereich „Hygieneartikel/Papierprodukte“ (+3,48 Punkte). Auch beim Laborbedarf und bei OP-Zubehör wie Einmalinstrumenten mussten Praxisinhaberinnen und -inhaber mit deutlich höheren Kosten kalkulieren. Einen leichten Rückgang gab es lediglich in den Kategorien „Wund & Verbandmaterial“, „Desinfektion“ und „sonstiger OP-Bedarf“.
Gestiegene Handelskosten beeinflussen Endpreise
Für den Preisanstieg zum Jahresende sieht Praxisdienst-Preismanagerin Małgorzata Paulus zwei Hauptursachen: Zum einen seien jetzt nach einiger Verzögerung die deutlich gestiegenen Kosten auf Seiten der Hersteller und Händler an die Endverbraucher weitergegeben worden. Zum anderen gehe die Rechnung bei der Währungspolitik nicht mehr auf. „Die bislang dämpfende Wirkung günstiger Wechselkurse gegenüber dem US-Dollar reicht offenbar nicht mehr aus, um diese Kostensteigerungen zu kompensieren“, resümiert Paulus.
Zum dritten Quartal 2025 war die Preismanagerin noch optimistisch, dass eine positive Wechselkursentwicklung höhere Betriebskosten bei den Unternehmen weiterhin wettmachen würde. Mit Blick auf das erste Quartal 2026 rechnet Paulus mit weiter steigenden Beschaffungskosten. Das liege an bereits angekündigten Preiserhöhungen seitens der Industrie sowie zunehmenden Logistikkosten – hier insbesondere durch den steigenden Mindestlohn. „Wir gehen nicht davon aus, dass der Handel diese Mehrkosten vollständig auffangen kann“, so die Einschätzung von Paulus. Niedergelassene sollten dies bei ihren Bestellungen einpreisen und beispielsweise auf Mengenrabatte achten.
Die Einzelkategorien im 4. Quartal 2025
Schutzkleidung: 101,81 Pkt. (+1,47 Pkt.)
Wund- und Verbandmaterial: 99,37 Pkt. (-0,11 Pkt.)
Hygieneartikel/Papierprodukte: 103,38 Pkt. (+3,48 Pkt.)
Desinfektion: 99,52 Pkt. (-0,15 Pkt.)
OP-Bedarf (Einmalinstrumente): 103,75 Pkt. (+2,97 Pkt.)
OP-Bedarf (sonstiges): 99,48 Pkt. (-0,13 Pkt.)
Laborbedarf: 102,67 Pkt. (+2,90 Pkt.)
Infusion & Injektion: 103,98 Pkt. (+3,57 Pkt.)
So funktioniert der Praxisdienst-Preisindex für Praxisbedarf
Der Onlineshop Praxisdienst beobachtet permanent die Änderung der Marktpreise und passt seine Verkaufspreise daran an. Da niedergelassene Ärzte die Ausgaben für Verbrauchsmaterial selbst tragen müssen, ist die systematische Erfassung und Darstellung dieser Kostenposition nützlich für eine effiziente Praxisplanung.
Der Preisindex bildet quartalsweise die durchschnittlichen Verkaufspreise im Praxisdienst-Onlineshop ab. Er setzt sich aus acht gleichgewichteten Produktkategorien zusammen. Darin erfasst sind jeweils die 25 meistverkauften Artikel. Basis, um die Entwicklung im Zeitverlauf bestimmen zu können, ist das erste Quartal 2021 mit einem Ausgangswert von 100 Punkten.
In jeder Kategorie werden die beiden Artikel mit den stärksten Abweichungen zum letzten Quartal – positiv wie negativ – nicht zur Berechnung herangezogen. Damit möchte Praxisdienst ausschließen, dass extreme Preisveränderungen bei Einzelartikeln, zum Beispiel aufgrund von Lieferproblemen eines Herstellers oder stark erhöhter Nachfrage, den Index verzerren.