Brustkrebs: Enge digitale Begleitung hilft Patientinnen im Alltag
Deborah WeinbuchFrauen mit metastasiertem Brustkrebs profitieren von einer engen digitalen Begleitung. Eine Studie belegt weniger Erschöpfung und eine bessere körperliche Funktionsfähigkeit.
Weniger erschöpft und körperlich belastbarer: Frauen mit metastasiertem Brustkrebs können von regelmäßigen Symptomabfragen per App und einer raschen Reaktion des Behandlungsteams profitieren. Das zeigt die PRO-B-Studie (Patient-Reported Outcomes bei Brustkrebs) der Charité und der Deutschen Krebsgesellschaft in „JAMA Oncology“. Ausgewertet wurden Daten von 909 Frauen aus 52 deutschen Brustkrebszentren.
Digitale Kontrolle der Systemtherapie mit schneller Reaktion
Etwa die Hälfte beantwortete zusätzlich zur Systemtherapie wöchentlich Fragen zu Beschwerden, Alltag und seelischem Befinden. Wenn ein Algorithmus eine Verschlechterung erkannte, wurde das Behandlungsteam informiert. Dieses rief innerhalb von 48 Stunden an, um den Handlungsbedarf zu klären, etwa eine Anpassung der Begleitmedikation. Die Kontrollgruppe wurde vierteljährlich befragt, ohne Warnmeldungen.
Mehr Lebensqualität im Therapiealltag
Nach sechs Monaten berichteten die engmaschig betreuten Patientinnen über weniger Erschöpfung als die Kontrollgruppe. Der Unterschied war klinisch relevant. Auch die körperliche Funktionsfähigkeit war besser. Der Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss empfiehlt, das Konzept in die Regelversorgung zu übernehmen. Laut Mitteilung der Projektpartner soll es fortgeführt werden.