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Nur fünf Minuten. So lange dauerte laut dem Kündigungsreport 2026 der Firma HR Works bei 40 Prozent der Betroffenen das Gespräch, in dem ihr Arbeitsverhältnis beendet wurde. Nur knapp die Hälfte fühlte sich respektvoll behandelt, dafür war beinahe jeder Dritte danach wütend auf seinen Arbeitgeber. Und wer schriftlich von seiner Entlassung erfuhr, litt mehr als doppelt so oft an Nachwirkungen wie jemand, der persönlich informiert wurde (27 % vs. 11 %).

Die Erkenntnisse dieser Studie können auch für Praxisinhaber und -inhaberinnen hilfreiche Handlungsimpulse geben. Denn auch in der Arztpraxis gehört die Kündigung einer MFA, eines angestellten Kollegen oder einer Kollegin zu den unangenehmen Momenten des unternehmerischen Alltags. Wer dabei jedoch strukturiert und psychologisch geschickt vorgeht, erleichtert nicht nur sich selbst die Situation, am Ende kommt ein professionelles Kündigungsgespräch auch dem scheidenden Mitarbeiter zugute.

Rechtzeitige Gesprächsvorbereitung ist bei Kündigungen wichtig

Ein professionelles Kündigungsgespräch beginnt nicht mit dem ersten Satz an den betroffenen Mitarbeiter. Überlegen Sie sich bereits im Vorfeld, was Sie sagen wollen und was nicht. Psychologen empfehlen, das Gespräch vorab gedanklich durchzuspielen und sich auf mögliche emotionale Reaktionen vorzubereiten. Denn wer selbst innerlich klar ist, bleibt auch im Gespräch ruhiger.

Zeitpunkt und Rahmen

Wählen Sie einen Termin zu Beginn der Woche, nicht am Freitagnachmittag. So hat die betroffene Person die Möglichkeit, unmittelbar danach Beratung bei einem Anwalt oder bei der Agentur für Arbeit zu suchen. Führen Sie das Gespräch in einem ruhigen Raum und ohne Unterbrechungen. Schalten Sie Ihr Telefon aus und planen Sie mindestens 15 Minuten ein.

So führen Sie das Kündigungsgespräch richtig

Kommen Sie ohne lange Vorrede zum Punkt. Arbeitspsychologische Erkenntnisse zeigen, dass langes Herumreden die Anspannung beim Gegenüber erhöht und als respektlos empfunden wird. Sagen Sie daher klar und früh im Gespräch, worum es geht: „Ich habe Sie gebeten herzukommen, weil ich Ihnen mitteilen muss, dass wir das Arbeitsverhältnis beenden werden.“

Nennen Sie dann sachlich und ohne Vorwürfe den Grund. Damit schaffen Sie Klarheit bei Ihrem Gegenüber und helfen ihm auf lange Sicht, das Ereignis besser zu verarbeiten. Denn die Nichtnennung eines Grundes wirkt sich laut Kündigungsreport besonders negativ auf die Betroffenen aus. So erhielt beispielsweise jeder Siebte keine Erklärung für seine Entlassung. Fast jeder Zweite aus dieser Gruppe war Monate später immer noch auf Jobsuche.

Raum für Reaktionen lassen

Im Anschluss sollten Sie dem Mitarbeiter oder der Mitarbeiterin Zeit für eine Antwort lassen, auch wenn es unangenehm wird. Schweigen, Tränen oder Wut sind normale Reaktionen auf eine so existenzielle Nachricht. Hören Sie einfach zu, ohne Ihre Entscheidung in Frage zu stellen. So sollten Sie in dieser Situation auch Rechtfertigungen vermeiden, da sie häufig wie ein Angriff klingen. Auf leere Floskeln wie „Das tut mir so leid“ sollte ebenfalls verzichtet werden oder auf das vorschnelle Wechseln zu organisatorischen Details, bevor die Nachricht überhaupt verarbeitet wurde. Laut dem Kündigungsreport durften übrigens nur 34 Prozent der Betroffenen im Gespräch ihre Sicht schildern, was im Nachhinein häufig als äußerst respektlos empfunden wurde.

Was danach kommt: Unterstützung nach der Kündigung anbieten

Schließen Sie das Gespräch mit einem klaren Ausblick ab: Was passiert als nächstes? Wann endet das Arbeitsverhältnis? Wird ein Zwischenzeugnis ausgestellt? Bieten Sie an, ein wohlwollendes Arbeitszeugnis zu schreiben, damit der ehemalige Praxismitarbeiter es bei der Jobsuche leichter hat. Wenn möglich, erläutern Sie auch, welche Schritte der Gekündigte nun einleiten sollte, wie zum Beispiel die Meldung bei der Agentur für Arbeit innerhalb von drei Tagen nach Erhalt der Kündigung, um Sperrzeiten beim Arbeitslosengeld zu vermeiden.

Wer ein Kündigungsgespräch so strukturiert durchführt, geht nicht nur respektvoll mit der Würde des betroffenen Mitarbeiters um. In Zeiten von Arbeitgeber-Bewertungsportalen schützt ein professionelles Vorgehen auch den Ruf der Praxis.

Fünf Stellschrauben für ein respektvolles Kündigungsgespräch

1. Mindestens 15 Minuten einplanen
Gespräche unter zehn Minuten enden selten gut: Nur 32 Prozent der Betroffenen fühlen sich dabei respektvoll behandelt. Ab 15 Minuten sind es dagegen 58 Prozent. Von 21 auf 56 Prozent verbesserte sich der Wert, wenn es Raum für Fragen gibt.

2. Zu zweit ins Gespräch gehen
Ist nur eine Person anwesend, empfinden 42 Prozent das Gespräch als respektvoll. Bei zwei Gesprächspartnern sind es dagegen 52 Prozent. Eine Praxismanagerin oder eine weitere Vertrauensperson kann hier also sinnvoll sein.

3. Gründe nennen, Fragen zulassen, Sicht anhören
Wer alle drei Punkte erfüllt, reduziert die Wut von 29 Prozent auf 15 Prozent. Das kann ein erheblicher Unterschied dafür sein, was die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter nach dem Gespräch über Ihre Praxis erzählt.

4. Konkrete Unterstützung anbieten
Erhalten Entlassene Hilfsangebote, etwa ein Empfehlungsschreiben, fällt die emotionale Belastung zeitlich kürzer aus (21 % vs. 28 %).

5. Abfindung als Signal des Respekts
65 Prozent der Entlassenen mit Abfindungsangebot fühlen sich respektvoll behandelt. Ohne Angebot sind es nur 38 Prozent. Auch eine kleine Geste kann hier viel bewirken.

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