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Gynäkologie
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Wenn während der Schwangerschaft Bluthochdruck auftritt, steigt das Risiko für eine Präeklampsie. Ist das gesunde Neugeborene erst einmal auf der Welt, rücken die guten Vorsätze zur Langzeitprävention oft in den Hintergrund. Am Welt-Präeklampsie-Tag, dem 22. Mai, erinnerten die Deutsche Hochdruckliga (DHL) und der Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte e. V. (BVF) daran, hypertensive Erkrankungen in der Schwangerschaft und danach konsequent zu behandeln und engmaschig zu betreuen.

Schwangerschaft als Belastungstest

Für den Körper einer Frau ist eine Schwangerschaft mit einer dauerhaften Ausdauerbelastung vergleichbar, einem Belastungstest für das Herz-Kreislauf-System. Bluthochdruck in dieser Phase ist daher ein wichtiges Warnsignal. Liegen die Blutdruckwerte dauerhaft über 140/90 mmHg, empfiehlt die aktuelle Leitlinie „Hypertensive Erkrankungen in der Schwangerschaft“ eine medikamentöse Behandlung. Mit dieser Vorgeschichte haben Frauen später ein zwei- bis siebenfach erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzschwäche, verengte Herzkranzgefäße oder Schlaganfälle. Die Beobachtungen aus der Schwangerschaft liefern damit einen wichtigen Baustein für die langfristige Prävention.

Kontrollen und Aufklärung in der Schwangerschaft und Stillzeit

Die Hochdruckliga bietet auf ihrer Website einen Überblick zum Thema Bluthochdruck in Schwangerschaft und Stillzeit, dazu eine Info-Broschüre. Auch der BVF rät Schwangeren mit erhöhten Blutdruckwerten zu regelmäßigen Kontrollen: Eine kontinuierliche Betreuung ist entscheidend, da sich mögliche Folgeschäden häufig schleichend entwickeln. Hypertonus ist oft unauffällig, erste Symptome werden nicht selten mit normalen Schwangerschaftsbeschwerden verwechselt.

Präeklampsie früh erkennen und engmaschig kontrollieren

Doch hypertensive Erkrankungen in der Schwangerschaft können Organe wie Nieren oder Leber belasten. Eine Präeklampsie tritt meist nach der 20. Schwangerschaftswoche auf: „Präeklampsie ist eine ernstzunehmende Multiorganerkrankung. Wird sie zu spät erkannt, kann sie schwerwiegende Folgen für Mutter und Kind haben. Umso wichtiger sind die Vorsorgeuntersuchungen im ersten Schwangerschaftsdrittel und eine kontinuierliche Betreuung während der gesamten Schwangerschaft“, betonte Dr. Jochen Frenzel, niedergelassener Frauenarzt, Pränataldiagnostiker und Vorstandsmitglied des BVF aus Saarbrücken.

Nachsorgepass strukturiert in der Praxis nutzen

Nach einer Präeklampsie gibt der in die Leitlinie aufgenommene Nachsorgepass klare Vorgaben für die Dokumentation von Blutdruck, Gewicht, Body-Mass-Index (BMI) und Taillenumfang. Für betroffene Frauen werden kardiovaskuläre Risikofaktoren erläutert und Hinweise zur langfristigen Risikoreduktion gegeben: Im Fokus stehen ein gesundes Körpergewicht, körperliche Aktivität, Stilldauer und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen.

Lebensstil als Herz-Kreislauf-Prävention nach Präklampsie

Sofern medizinisch nichts dagegenspricht, wird Betroffenen langfristig körperliche Aktivität von mindestens 150 Minuten pro Woche empfohlen. Angestrebt wird eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse und Obst sowie weniger Fett und Zucker.

Laborparameter im Blick behalten

Ergänzt wird der Pass durch einen Zeitplan für empfohlene Labormessungen nach der Geburt: Nach sechs Wochen sowie nach sechs und zwölf Monaten sollten Cholesterinwerte, HDL-, und LDL-Cholesterin, Triglyzeride und Nüchtern-Blutzucker sowie HbA1c bestimmt werden, ergänzt durch die Kontrolle der Nierenfunktion über die glomeruläre Filtrationsrate (GFR) und Kreatinin.

Häufigkeit von Hypertonie in der Schwangerschaft

Bluthochdruck betrifft etwa fünf bis zehn Prozent aller Schwangeren. Er erhöht das Risiko für Präeklampsie. Wird er frühzeitig erkannt und konsequent behandelt, lassen sich Komplikationen deutlich reduzieren.

Quelle:

Pressemeldung der DHL und des BVF

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