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Geldanlagen

Anlageprodukte wie Aktien, ETFs oder Anleihen haben in der Regel eines gemeinsam: Sie sind an den weltweiten Börsen handelbar und orientieren sich zum Beispiel an der Wertschöpfung börsennotierter Unternehmen. Bei ELTIFs ist das anders – mit dieser Anlageform lässt sich in Energieprojekte wie Wind- und Solarparks sowie nicht-börsennotierte Unternehmen investieren (unter anderem durch privates Beteiligungskapital, die sogenannte Private Equity).

ELTIFs sind als langfristiges Investment angelegt – sie sollen Kapital von institutionellen und privaten Anlegern bündeln, um damit in langfristige Projekte und mittelständische Unternehmen mit Fokus auf Nachhaltigkeit zu investieren.    

Finanzielle Hürden für ELTIFs sind gesenkt worden

Seit Januar 2024 ist eine EU-Verordnung in Kraft, die Privatanlegern den Zugang zu dieser Anlageklasse vereinfacht. So gibt es zum einen keine Mindestanlagesumme mehr, um mit ELTIFs zu handeln. Vorher mussten Interessenten mindestens 10.000 Euro anlegen.

Auch der Vermögensnachweis ist abgeschafft worden: Nach der alten Regelung durften Investitionen maximal zehn Prozent des Vermögens betragen (bei Vermögen bis 500.000 Euro). Mit der neuen Verordnung können zudem semi-liquide Fonds ins Portfolio mit aufgenommen werden.

Konkret bedeutet das: Diese Fonds ermöglichen Anlegern, Anteile in regelmäßigen, aber vordefinierten Zeiträumen (meist vierteljährlich oder monatlich) zurückzugeben. Meistens ist das Kapital, das in ELTIFs steckt, allerdings über einen längeren Zeitraum gebunden und kann nicht auf schnellem Wege gegen Bargeld verkauft werden.    

Keine breite Streuung wie bei ETF

ELTIFs unterliegen den strengen Finanzregularien der EU. Damit gelten sie in Bezug auf Transparenz, Risikomanagement und Anlegerschutz als sicherer als zum Beispiel unregulierte Privatfonds. Sie müssen damit auch über ein Mindestmaß an Risikostreuung verfügen.

Viele dieser Fonds im Umlauf setzen hier schon auf eine breitere Streuung. So besteht zum Beispiel der Fonds „klimaVest“ aus 45 Assets in sechs EU-Ländern, verteilt auf verschiedene Energiequellen und Nutzungsarten wie Solarkraft und On-/Offshore-Windparks. Allerdings ist diese Diversifikation nicht vergleichbar mit der Streuung eines börsengehandelten Indexfonds, der als ETF handelbar ist. Denn darin stecken oft Vermögenswerte von über 1.000 Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern.    

Dadurch ist das Risiko bei ELTIFs höher, dass es zu einem Totalverlust der investierten Anlagesumme kommen kann. Das liegt auch daran, dass Gewinnversprechen nicht garantiert sind. Gerade bei Infrastrukturprojekten ist oft nicht abzusehen, wie sich das Vorhaben entwickelt und ob es am Ende eine gute Rendite abwirft.

ELTIFs erfordern ein gutes Risikomanagement

Experten raten deshalb, bei ELITF-Investments nur Kapital einzusetzen, das nicht kurzfristig benötigt wird. Die Verwaltung eines entsprechenden Depots ist außerdem oft mit höheren Kosten verbunden. Wer hier investieren möchte, muss oft mit Gebühren von einem bis zwei Prozent der Gewinne kalkulieren, auch renditeabhängige Gebühren von 15 bis 20 Prozent können erhoben werden. Als alleinige Anlagestrategie sind ELTIFs laut Verbraucherzentrale nicht geeignet – sie können aber als kleine Beimischung ein breites Vermögensportfolio ergänzen.    

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