Wirtschaftsnachrichten für Ärzte | ARZT & WIRTSCHAFT
Geldanlagen

Der Handel mit Wertpapieren jeglicher Art verlagert sich mehr und mehr ins Internet. Anbieter setzen verstärkt auf Online-Plattformen, um mit Aktien, ETF oder Krypto-Anlagen zu handeln. Viele dieser Finanzdienstleistungen sind seriös und unterliegen der staatlichen Kontrolle durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Doch wo das große Geld wartet, sind leider auch dubiose Dienstleister unterwegs, die auf unseriöse oder riskante Angebote setzen. Um Privatanleger vor solchen Geldanlageangeboten zu warnen, stellt die Stiftung Warentest die sogenannte „Warnliste Geldanlage“ zur Verfügung. Sie fasst alle Produkte und Leistungen wie Beratung zusammen, die in den vergangenen zwei Jahren von der Verbraucherorganisation negativ bewertet wurden.

Anbieter versprechen hohe Zinsen und Gewinnchancen

Darunter sind unseriöse Finanzvermittler (Banken und Finanzberater, in einigen Fällen auch Anwälte), die mit zweifelhaften Methoden oder falschen Versprechen Geld­anlagen angedient oder vermittelt haben. Auch vor geschlossenen Fonds oder Alternativen Investmentfonds warnt die Stiftung Warentest im Speziellen. In den beschriebenen Fällen der Warnliste geht es beispielsweise um die Anlageform „Profitwallet“: Die Betreiber werben mit Investitionen in digitale Anlageklassen wie Kryptowährungen oder NFT und versprechen dabei hohe Renditen. Das Geschäftsmodell ist jedoch undurchsichtig: Die Gründer geben vor, über ihre Firma abzuwickeln – die ist allerdings in fremdem Besitz. Auch der aktuelle Internetauftritt ist nur rudimentär, eine Zulassung seitens der BaFin existiert nicht.    

Es tauchen auch Finanzseiten auf, die mit hohen Zinsen und einem Neukundenbonus bei Festgeldanlagen locken, oft beworben von angeblich seriösen Fondsmanagern. Hinter dieser Aufmachung stecken teilweise aber Betrugsabsichten, sodass manche Anbieter ihre Seiten bereits vom Netz genommen haben. In diesen Fällen fehlt ebenfalls eine Zulassung durch die BaFin.

Falsche Identitäten als weitere Betrugsmasche

Neben der Stiftung Warentest warnt auch die BaFin selbst regelmäßig vor dubio­sen Finanzdienstleistungen. Hier kommt es teilweise zusätzlich zu Identitätsmissbrauch. Betreiber einer Website verwenden dabei den Namen einer seriösen Firma und suggerieren damit, dass ihre Anlageprodukte vertrauenswürdig seien. Bei einer anderen Form des Identitätsdiebstahls nehmen angebliche Mitarbeiter einer international tätigen Finanzverwaltung unaufgefordert telefonisch und per E-Mail Kontakt zu Anlegerinnen und Anlegern auf. Sie bieten ihnen dabei zum Schein Festgeldanlagen und vorbörsliche Aktien an. Gerade bei telefonischer Kontaktaufnahme ohne vorherige Beratung rät die BaFin zu größter Vorsicht. Das spreche laut der Finanzaufsicht auf jeden Fall für ein unseriöses Vorgehen, oft sogar mit kriminellem Hintergrund.    

Auf einen Blick: So schützen Sie sich vor unseriösen Angeboten

  • Informieren Sie sich ausführlich über Ihren Vertragspartner und das Angebot.

  • Gehen Sie nicht auf unaufgeforderte Anrufe oder E-Mails von Unbekannten ein.

  • Geben Sie keine Bank- oder Zugangsdaten preis.

  • Nutzen Sie bei Geldanlagen keine Messengerdienste und lassen Sie sich nicht unter Zeitdruck setzen.

Quellen:

BaFin

Stiftung Warentest

Stichwörter