Holz- und Waldinvestments: Leicht verdientes Geld?
Heiko FeketeHolz- und Waldinvestments versprechen hohe Renditen und eine inflationssichere Anlage. Doch diese Form der Sachwertbeteiligung ist hochriskant und der beworbene Klimaschutz ist teilweise zweifelhaft.
Um Geld in Wald und Holz anzulegen, gibt es für Anlegerinnen und Anleger viele verschiedene Möglichkeiten. Denkbar sind klassische Finanzinstrumente wie Aktien, Zertifikate oder Anleihen. Die geläufigere Methode ist allerdings die Investition in Sachwerte: Interessierte können sich so zum Beispiel an Projekten zur Aufforstung beteiligen und schließen ein Investment ab, das sich über eine längere Laufzeit von mindestens zehn Jahren Laufzeit erstreckt. Anbieter werben hier mit Projekten in Deutschland oder im EU-Ausland, häufig gibt es auch größere Waldgebiete in Mittel- und Südamerika oder Asien zu erwerben.
Umweltfaktoren können Rendite beeinflussen
In vielen Fällen bewirtschaften Forstdienstleister das Objekt und geben den Gewinn durch Verkaufseinnahmen nach Abzug weiterer Kosten an Anleger weiter. Die versprochene Rendite basiert in der Regel auf Erwartungen, wie sich die Holzpreise entwickeln und ob es demzufolge auch eine hohe Nachfrage für Holzprodukte gibt. Diese Prognosen sind aber oft zu optimistisch. Denn es gibt viele Unwägbarkeiten, die bei einem solchen Investment zu berücksichtigen sind. Dazu zählen Umwelteinflüsse wie Schädlingsbefall oder Naturkatastrophen.
Ratgeber für nachhaltiges Anlegen
Die Verbraucherzentrale Bremen bietet interessierten Anlegern einen Leitfaden, wie sie nachhaltig anlegen können und was dabei zu beachten ist. Unter diesem Link gibt es hierzu gebündeltes Informationsmaterial mit Finanztipps zu mehreren Anlageformen aus dieser Sparte.
Auch der Wert eines Waldgrundstücks zum Ende der Vertragslaufzeit lässt sich nicht mit Sicherheit vorhersagen. Wie hoch der Ertrag am Ende ist, hängt maßgeblich von der Marktentwicklung ab, die oft auch sehr volatil ist. Holz- und Waldinvestments gelten damit als riskante und spekulative Geldanlage, die zum Totalverlust des eingesetzten Vermögens führen kann. Eine Investition ist nach Einschätzung der Verbraucherzentrale nur sinnvoll, wenn das investierte Geld nicht kurzfristig verfügbar sein soll.
Anbieter von Holz- und Waldinvestments haben eine Auskunftspflicht
Fachleute sehen bei diesen Investitionen zudem den ökologischen Effekt kritisch. Gerade bei weit entfernten Aufforstungen lässt sich nur schwer nachkontrollieren, wie das Investment umgesetzt wird und ob es die nachhaltigen Versprechungen erfüllt. So kann es passieren, dass statt eines artenreichen Naturwalds Monokulturplantagen mit invasiven Arten entstehen. Die Verbraucherzentrale warnt zusätzlich davor, dass in solchen Fällen auch Insekten- und Unkrautvernichtungsmittel zum Einsatz kommen können, was das Nachhaltigkeitsversprechen konterkarieren würde.
Um hier besser zu erkennen, ob ein Investment nachhaltig und auch sozial ist, können Anleger insbesondere auf die sogenannten ESG-Kriterien achten. Die Abkürzung steht für Environmental, Social and Governance und verpflichtet Unternehmen dazu, sich an nachhaltigen und ethischen Standards zu orientieren. Seriöse Anbieter von Holz- und Waldinvestments weisen bei ihren Projekten auch transparent darauf hin, dass ihre Anlagen mit einem erheblichen Risiko verbunden sind. Dazu stehen sie seitens der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) in der Pflicht: Nur von ihr genehmigte Verkaufsprospekte zu Vermögensanlagen dürfen öffentlich angeboten werden. In der Vergangenheit hat die BaFin den Vertrieb von Wald- und Holzinvestments immer wieder untersagt, weil diese Voraussetzung nicht vorlag.