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Binnen zehn Jahren hat sich die Zahl der stationären Krankenhausbehandlungen wegen Endometriose in Deutschland um 50,1 Prozent erhöht. Von gut 25 100 Behandlungen im Jahr 2014 auf über 37 700 im Jahr 2024 – das geht aus aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes hervor, die zum Weltfrauentag veröffentlicht wurden. Als Ursache gilt nicht nur ein höheres Krankheitsaufkommen, sondern auch ein gestiegenes Bewusstsein für die Erkrankung – bei Patientinnen wie bei Ärzten.

Endometriose-Betroffene meist im gebärfähigen Alter

Gut neun von zehn Patientinnen, die 2024 wegen Endometriose stationär behandelt wurden, waren zwischen 20 und 49 Jahre alt. Die Erkrankung, bei der sich Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter ansiedelt, bleibt damit vor allem ein Problem von Frauen im gebärfähigen Alter, mit teils erheblichen Folgen für Fertilität und Lebensqualität.

Myome und Gebärmuttersenkung: Rückläufige Behandlungszahlen

Anders die Entwicklung bei anderen gynäkologischen Erkrankungen. Aufgrund eines Myoms der Gebärmutter wurden 2024 rund 48.700 Frauen stationär behandelt, 26,6 Prozent weniger als 2014. Knapp die Hälfte der Betroffenen war 40 bis 49 Jahre alt. Auch Krankenhausaufenthalte wegen Gebärmuttersenkung gingen zurück: von 48.300 im Jahr 2014 auf 46.100 im Jahr 2024. Drei Viertel dieser Patientinnen waren älter als 60 Jahre.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen bleiben häufigste Todesursache bei Frauen

Die häufigsten Gründe für stationäre Aufenthalte bei Frauen insgesamt waren 2024 Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit 12,8 Prozent aller Patientinnen, gefolgt von Verletzungen und Vergiftungen mit 10,4 Prozent sowie Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett mit 9,4 Prozent. Bei den Todesursachen dominiert ebenfalls das Herz-Kreislaufsystem: 35,4 Prozent aller Todesfälle bei Frauen gingen 2024 darauf zurück. Krebserkrankungen waren für 21,1 Prozent der Todesfälle verantwortlich.

Frauen leben im Schnitt 4,6 Jahre länger als Männer

Die durchschnittliche Lebenserwartung bei Geburt lag 2024 für Frauen bei 83,5 Jahren, für Männer bei 78,9 Jahren. Als Gründe für den Unterschied gelten neben genetischen Faktoren auch Unterschiede im Gesundheitsverhalten, etwa beim Tabakkonsum, der Ernährung und riskantem Verhalten.