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In Deutschland arbeiten immer mehr ausländische Ärztinnen und Ärzte, das bestätigt eine aktuelle Analyse des Statistischen Bundesamts. 2024 hatten 64.000 praktizierende Ärztinnen und Ärzte – rund 13 % – keinen deutschen Pass. Vor zehn Jahren lag dieser Anteil noch bei 7 %. Insgesamt sind 121.000 Medizinerinnen und Mediziner aus anderen Ländern zugewandert, fast ein Viertel der hiesigen Ärzteschaft. 42 % von ihnen leben laut der Erhebung zudem seit weniger als zehn Jahren in Deutschland. Besonders auffällig: Die zugewanderten Ärztinnen und Ärzte sind sehr jung – knapp die Hälfte ist unter 35 Jahre alt. Gleichzeitig ist knapp ein Drittel der insgesamt in Deutschland tätigen Ärztinnen und Ärzte bereits 55 Jahre oder älter.

Anerkennungen ausländischer Abschlüsse auf hohem Niveau

Zwar werden nach wie vor sehr hohe bürokratische Hürden für Mediziner aus dem Ausland beklagt, dennoch steigt die Zahl der Fachkräfte aus dem Ausland weiter an. 2024 wurden:

  • rund 7.000 ausländische Abschlüsse in der Humanmedizin vollständig anerkannt

  • knapp 700 ausländische Abschlüsse in der Zahnmedizin als gleichwertig eingestuft

Damit war die Humanmedizin nach den Pflegefachberufen der Bereich mit den meisten Anerkennungen.

Unter den Humanmedizin‑Anerkennungen entfielen:

  • 21 Prozent auf deutsche Staatsangehörige mit Auslandsstudium

  • Zweitgrößte Gruppe bei den anerkannten ausländischen Abschlüssen waren Syrerinnen und Syrer mit 11 Prozent der Anerkennungen

In der Zahnmedizin stellten deutsche Antragstellerinnen und Antragsteller mit 46 Prozent ebenfalls die größte Gruppe, gefolgt von syrischen Bewerbenden mit 12 Prozent.

Deutlich mehr Studienanfänger in der Humanmedizin

Parallel zur steigenden Zahl an Anerkennungen wächst auch der inländische medizinische Nachwuchs: Im Wintersemester 2024/2025 begannen 15.900 Personen ihr Medizinstudium – ein Plus von 30 Prozent gegenüber 2014/2015. In der Zahnmedizin blieb die Entwicklung nahezu stabil: Mit knapp 2.000 Erstsemestern lag die Zahl nur 1 Prozent über dem Wert von vor zehn Jahren.

Zuwanderer überdurchschnittlich jung

Der Zuzug aus dem Ausland ist wichtig - denn ein großer Teil der Ärztinnen und Ärzte in Deutschland scheidet in den nächsten Jahren altersbedingt aus, wie das Statistische Bundesamt ebenfalls berichtet. 2024 waren 31 Prozent der Ärztinnen und Ärzte 55 Jahre oder älter – mehr als in der Erwerbsbevölkerung insgesamt (27 Prozent). Die Gruppe der 35‑ bis 54‑Jährigen schrumpfte im Vergleich zu 2014 allerdings von 52 auf 47 Prozent. Der Anteil der unter 35‑Jährigen stieg hingegen leicht auf 22 Prozent. Besonders stark vertreten sind hier die ausländischen Ärztinnen und Ärzte.

Arbeitszeiten bleiben hoch – trotz mehr Teilzeit

Weitere Erkenntnis: Ärztinnen und Ärzte zählen weiterhin zu den Berufsgruppen mit überdurchschnittlichen Arbeitszeiten. 2024 arbeiteten sie durchschnittlich 40,3 Stunden pro Woche. Die Durchschnittwerte im Vergleich:

  • Erwerbstätige insgesamt: 34,4 Stunden

  • Ärztinnen und Ärzte in Vollzeit: 46,0 Stunden

  • Ärztinnen und Ärzte in Teilzeit: 25,6 Stunden

  • Chirurgie: 49,7 Wochenstunden (Vollzeit)

  • Zahnmedizin/Kieferorthopädie: 43,1 Wochenstunden (Vollzeit)

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