PSA-Screening: Neue PROBASE-Analyse zeigt vergleichbare Wirksamkeit zum Brustkrebs-Screening
Marzena SickingDas PSA-Screening zur Früherkennung von Prostatakrebs steht seit Jahren in der Diskussion. Eine aktuelle Auswertung zeigt: Die diagnostische Leistung des PSA-Tests scheint mit der Wirksamkeit des etablierten Brustkrebs-Screenings vergleichbar zu sein. Die Ergebnisse wurden auf dem EAU-Kongress 2026 in London vorgestellt.
Vergleichbare Wirkung: PSA-Test und Mammographie schneiden ähnlich ab
Die neue Analyse des DKFZ deutet darauf hin, dass PSA-basierte Prostatakrebs-Screenings bei Früherkennung und Vermeidung von Überdiagnosen ähnlich gut abschneiden wie Mammographien im Brustkrebs-Screening. Die Forschenden betonen jedoch: Die Daten vergleichen eine klinische Studie (PROBASE) mit einem bevölkerungsbasierten Programm – und betreffen zwei verschiedene Krebsarten.
Trotz dieser Einschränkung sprechen die Ergebnisse eine klare Sprache: Ein grundsätzliches Ablehnen des PSA-Screenings sei kaum noch nachvollziehbar, wenn gleichzeitig das organisierte Brustkrebs-Screening befürwortet wird.
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Als bevorzugte Quelle auswählenHintergrund: Früherkennung bei Brust- und Prostatakrebs entwickelt sich unterschiedlich
Während Brustkrebs-Screeningprogramme in Europa seit über 30 Jahren fest verankert sind, wird das PSA-Screening weiterhin kontrovers diskutiert. Gründe dafür sind:
frühere Zweifel an der Genauigkeit des PSA-Tests
Sorge vor Überdiagnosen
Risiko unnötiger Therapien mit Nebenwirkungen
Dennoch lassen sich viele Männer auf eigene Initiative testen – ein sogenanntes opportunistisches Screening. Neue europäische Daten untermauern jedoch den Nutzen: Mehrere Studien zeigen, dass PSA-Screening das Risiko, an Prostatakrebs zu sterben, um 0,22 % reduziert – ein Wert, der vergleichbar ist mit den Effekten des Brustkrebs-Screenings.
Die PROBASE-Analyse: Daten und Ergebnisse im Detail
Für den Vergleich wurden 39.392 PROBASE-Teilnehmer zwischen 45 und 50 Jahren ausgewertet und den Daten von über 2,8 Millionen Frauen im deutschen Mammographieprogramm gegenübergestellt.
Zentrale Ergebnisse im Überblick
Mehr falsch-positive Ergebnisse im PSA-Screening: 37–42 % vs. 10 % im Mammographie-Screening.Dennoch führen Risikostratifizierungen – inklusive MRT – zu einer begrenzten Zahl unnötiger Biopsien.
Ähnliche Überweisungsraten zur Biopsie:0,8–2,4 % (Männer) vs. 1,1 % (Frauen).
Vergleichbarer Anteil invasiver Tumoren: 60–74 % (Prostatakrebs) vs. 73 % (Brustkrebs).
Nur leicht erhöhte Rate indolenter Tumoren: 26–31 % (PSA) vs. 22 % (Mammographie).Die Überdiagnoserate liegt damit deutlich niedriger als in früheren Studien (z. B. ERSPC).
Ein weiterer Vorteil: Die aktive Überwachung (Active Surveillance) ist beim Prostatakarzinom heute weit verbreitet und verhindert Übertherapien bei niedriggradigen Tumoren.