Kleine Fitness-Übungen für Ärztinnen und Ärzte
Heiko FeketeStudien zeigen, dass schon kurze Fitnessübungen während des Arbeitsalltags das Wohlbefinden steigern. Auch Ärztinnen und Ärzte können so zwischendurch Stethoskop gegen Kniebeugen oder Treppensteigen tauschen. Lesen Sie, worauf es dabei besonders ankommt.
Zwischen hohem Patientenaufkommen, Anfragen von Krankenkassen und Abrechnungsziffern ein Ganzkörper-Workout einbauen? Das ist natürlich unrealistisch. Im herausfordernden Praxisalltag findet Sport als Ausgleich meist vor oder nach den Sprechzeiten statt. Dabei muss es nicht immer das intensive Training sein. Schon kurze Übungseinheiten in Form von sogenannten Exercise Snacks wirken sich positiv auf die Gesundheit aus.
Eine Studie der McMaster University in Kanada ergab beispielsweise, dass dreimal täglich intensives Treppensteigen auch mit langen Pausen zwischen den Einheiten das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen senkt. Zudem zeigten sich die treppensteigenden Probanden wesentlich fitter und leistungsfähiger als ihre sitzenden Kollegen. Auch ein Bericht im „British Journal of Sports Medicine“ aus dem Jahr 2025 kam zu dem Schluss, dass kurze Übungseinheiten die kardiovaskuläre Fitness spürbar verbessern. Viele der Teilnehmenden haben die Exercise Snacks auch als regelmäßige Routine in ihren Alltag eingebaut.
„Exercise Snacks“: Kraftübungen, Ausdauer oder Sprints denkbar
Welche Übungen sich am besten eignen, hängt auch von den sportlichen Vorlieben ab. Wer am liebsten auf Ausdauer setzt, sollte auf Fahrradfahren oder Spazieren mit schnelleren Schritten als Zwischeneinheiten setzen. Schnelleres Treppensteigen oder „Jumping Jacks“ trainieren die Kurzzeitbelastung und fordern den Sprinter-Typ. Zur Kräftigung der Muskulatur bieten sich Kniebeugen und Liegestützen für Ärzte und ihr Praxisteam an. Dehnübungen können das Spektrum sinnvoll erweitern, um die Beweglichkeit zu verbessern.
Exercise Snacks sind darauf ausgelegt, dass sie möglichst wenig Zeit in Anspruch nehmen. Während ein intensiveres Workout zwischen 30 und 60 Minuten dauert, lassen sich die Snacks in zwei bis fünf Minuten über den Tag verteilt absolvieren. Ein weiterer Vorteil ist, dass die kleineren Übungen oft auch ohne Geräte oder sonstiges Fitnesszubehör auskommen.
Fitness-Plan hilft bei der Umsetzung
Um eine Routine in den Alltag zu integrieren, kann ein individueller Mini-Fitness-Plan erstellt werden. Dieser soll zeigen, welche Übung zu welcher Zeit absolviert wird. So könnte er beispielhaft aussehen:
Nach dem Aufstehen: Drei verschiedene Dehnübungen mit jeweils zehn Wiederholungen
Auf dem Weg zur Praxis: Fünfminütiger Spaziergang, intensiveres Treppensteigen
Mittagspause: Kniebeugen mit 15 bis 20 Wiederholungen oder Fahrradfahren (falls möglich)
Vor dem Feierabend: 60 Sekunden „Jumping Jacks“
Auch für die Interaktion mit Patienten sind individuelle Pläne nützlich. Sie können zu mehr Bewegung animieren, die Gesundheit der Betroffenen stärken und durch die wohldosierten Anwendungen auch die Adhärenz stärken. Sollte sich die Routine etablieren und auch das Praxisteam motivieren, sind im nächsten Schritt vielleicht sogar gemeinsame bewegte Pausen denkbar.