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Klinik

Menschen mit einer undichten Trikuspidalklappe leiden häufig unter zunehmender Leistungseinschränkung, Luftnot bei Belastung, Wassereinlagerungen bis hin zu wiederkehrenden Krankenhausaufenthalten. Das Auftreten der Erkrankung nimmt mit steigendem Lebensalter zu und führt unbehandelt zu einer fortschreitenden Herzschwäche. Zwar kann die Trikuspidalklappe seit einigen Jahren minimalinvasiv repariert werden - ob diese Behandlung jedoch auch den Krankheitsverlauf verbessert, war bislang unklar. Eine auf dem Jahreskongress der European Society of Cardiology (ESC) vorgestellte Studie zeigt nun erstmals: Die minimalinvasive Reparatur der Trikuspidalklappe senkt das Risiko für herzinsuffizienzbedingte Krankenhausaufenthalte und einen vorzeitigen Tod.

In der vom Deutschen Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) initiierten Studie wurden 360 Patientinnen und Patienten mit einem Durchschnittsalter von rund 80 Jahren untersucht. Alle litten an einer schweren Trikuspidalklappeninsuffizienz und hatten ein hohes Risiko für Herzinsuffizienz-Komplikationen. An der Studie beteiligten sich 29 spezialisierte Herzzentren in Deutschland.

Die teilnehmenden Patienten wurden nach dem Zufallsprinzip entweder einer minimalinvasiven Klappenreparatur zusätzlich zur optimalen medikamentösen Herzinsuffizienztherapie oder einer alleinigen medikamentösen Behandlung zugeteilt. Bei dem minimalinvasiven Eingriff wird ein Katheter über die Leistenvene bis zum Herzen vorgeschoben. Zumeist werden dann kleine „Clip“-Implantate an der Trikuspidalklappe befestigt, die zwei Klappensegel miteinander verbinden (Trikuspidalklappen-Clipping). Dadurch schließt die Klappe wieder besser und der Blutrückfluss wird vermindert.

Deutlicher klinischer Nutzen der Trikuspidalklappenreparatur

Die TRIC-I-HF-DZHK24-Studie zeigte nach Angaben der Forscher einen deutlichen klinischen Nutzen: Das kombinierte Risiko für herzinsuffizienzbedingte Krankenhausaufenthalte oder einen vorzeitigen Tod sank im Vergleich zu einer alleinigen medikamentösen Behandlung um 60 Prozent. Der Behandlungseffekt war sehr deutlich ausgeprägt, so dass nur vier Patienten behandelt werden mussten, um einen Endpunkt (Tod oder Herzinsuffizienz-bedingten Krankenhausaufenthalt) zu verhindern. Zudem verbesserten sich die Lebensqualität und die körperliche Belastbarkeit der Patientinnen und Patienten. Die Behandlung erwies sich zudem als sicher: Schwerwiegende Komplikationen innerhalb der ersten 30 Tage nach dem Eingriff traten bei weniger als sechs Prozent der behandelten Patientinnen und Patienten auf.

Frühere randomisierte Studien hatten bereits gezeigt, dass eine minimalinvasive Reparatur der Trikuspidalklappe Beschwerden lindert und die Lebensqualität verbessert. Ob der Eingriff jedoch auch schwere Krankheitsverläufe verhindern und das Risiko für Krankenhausaufenthalte oder Tod senken kann, war bislang unklar. Die Ergebnisse legen nahe, dass die minimalinvasive Reparatur der Trikuspidalklappe künftig eine deutlich wichtigere Rolle in der Behandlung ausgewählter Patientinnen und Patienten mit schwerer Trikuspidalklappeninsuffizienz spielen wird.

Die „vergessene“ Herzklappe

Die Trikuspidalklappe ist eine der vier Herzklappen. Sie liegt zwischen rechtem Vorhof und rechter Herzkammer und verhindert, dass Blut beim Herzschlag in den rechten Vorhof zurückfließt. Schließt die Klappe nicht mehr richtig, spricht man von einer Trikuspidalklappeninsuffizienz. Eine schwere Undichtigkeit kann zu Luftnot, Wassereinlagerungen, eingeschränkter Belastbarkeit und wiederholten Krankenhausaufenthalten aufgrund einer Herzinsuffizienz führen. Lange galt die Trikuspidalklappe als „vergessene Herzklappe“. Während Erkrankungen der Aorten- und Mitralklappe bereits seit vielen Jahren operativ und später auch minimalinvasiv behandelt werden konnten, standen für die Trikuspidalklappe lange Zeit kaum geeignete Therapieoptionen zur Verfügung, Heute kann die Trikuspidalklappe in vielen Fällen über einen Katheter minimalinvasiv repariert werden.

Weitere informationen zur Studie unter: https://tric-i-hf.dzhk.de/

Quellen:

https://www.nejm.org/doi/abs/10.1056/NEJMoa2606934 Tricuspid-Valve Intervention in Heart Failure, New Enland Journal of Medicine, 2026

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