Weiterbildung für MFA: Was macht eigentlich eine FAMI?
Judith MeisterFür die Digital Natives unter den MFA eröffnen sich in der medizinischen Dokumentation neue Karrierechancen. Fachangestellte für Medien und Informationsdienste sind gefragter denn je. Doch wie wird man von der MFA zur FAMI? Wer kann umschulen? Und welche Vorzüge bietet ein solcher Schritt?
Engagierte MFA sind für den Erfolg einer Praxis unabdingbar. Kein Arzt und keine Ärztin – egal wie fachlich exzellent – kommt ohne ihre Unterstützung aus. Sei es nun bei der Praxisorganisation oder im Umgang mit den Patienten. Doch so erfüllend die klassischen Aufgaben im Praxisalltag auch sein mögen: Manchen Teammitgliedern steht nach einigen Jahren (oder Jahrzehnten) im Job der Sinn nach etwas Neuem.
Wer nach einer beruflichen Veränderung strebt, gleichzeitig aber im Gesundheitsumfeld bleiben und seine bereits vorhandenen Kompetenzen nutzen will, für den oder die könnte eine Umschulung zur Fachangestellten für medizinische Dokumentation (kurz FAMI) interessant sein.
Was macht eine Fachangestellte für medizinische Dokumentation eigentlich?
Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste (FAMI), Fachrichtung Medizinische Dokumentation (so der volle Titel) kümmern sich im Wesentlichen um den professionellen Umgang mit medizinischen Daten. Sie erfassen, strukturieren und klassifizieren Diagnosen, Befunde und Therapie und arbeiten mit diversen Kodier-Systemen. Zudem müssen sie Daten für Abrechnung, Qualitätssicherung, Statistik oder auch medizinische Forschung aufbereiten.
Der Beruf verbindet also medizinisches Grundlagenwissen mit Datenmanagement, IT-Fähigkeiten und rechtlichen Kenntnissen (z. B. im Bereich des Datenschutzes).
Welche Vorzüge bietet die Tätigkeit als FAMI gegenüber dem Job einer klassischen MFA?
MFA, die zur FAMI umschulen, profitieren zum einen von einem oft stressärmeren Arbeitsumfeld als in der Praxis – mit weniger körperlichen Belastungen, planbareren Arbeitszeiten und weniger Patientenkontakt. Zugleich können sie ihr medizinisches Wissen weiter nutzen. Umschulungen führen zur gleichen Abschlussprüfung wie die reguläre duale Ausbildung und sind dieser rechtlich gleichgestellt.
Welche Qualifikationen sind erforderlich, um die Umschulung durchführen zu können?
Der Gesetzgeber schreibt hierfür zwar keine bestimmte Voraussetzung vor. Ein mittlerer Schulabschluss schadet aber in keinem Fall. Gute Deutsch- und EDV-Kenntnisse sind obligatorisch.
Wie lange dauert die Umschulung?
In der Regel 24 Monate. Die Umschulung ist meist schulisch organisiert und kombiniert theoretischen Unterricht mit längeren Praxisphasen, etwa in Krankenhäusern, Studienzentren, bei Krankenkassen oder im Bereich der Gesundheits-IT. Ziel ist immer die reguläre Abschlussprüfung.
Wo und wie arbeiten FAMI im Normalfall?
Während der Arbeitsalltag einer MFA oft durch Praxisstress, Notfälle und Zeitdruck geprägt ist, liegt der Fokus bei FAMI auf administrative Aufgaben. Die Arbeit ist strukturiert und konzentriert sich auf Dokumentations- und Auswertungstätigkeiten. Schicht- oder Wochenenddienste kommen, wenn überhaupt, nur selten vor.
Typische Einsatzorte von FAMI sind Krankenhäuser und MVZ, aber auch Forschungs- und Studienzentren, Krankenkassen oder privatwirtschaftliche Unternehmen.
Wie sind die Berufsaussichten?
Gut. Angesichts der fortschreitenden Digitalisierung dürfte der Bedarf an qualifizierten FAMI perspektivisch weiter zunehmen. Zudem gibt es auch in diesem Job diverse Weiterbildungsmöglichkeiten – so können sich Interessierte zum Beispiel auf das Daten- oder Informationsmanagement spezialisieren, Leitungsfunktionen in Dokumentationsabteilungen übernehmen oder sogar ein Studium im Gesundheits-, Informations- oder Datenbereich absolvieren. Damit hat die Umschulung das Zeug zum Karrierebooster.
Was kostet die Umschulung
Die tatsächlichen Kosten können von Fall zu Fall variieren, da Interessenten nicht nur für die Kurse an sich zahlen müssen, sondern auch für Lehrmittel und Prüfungsgebühren. Oft fallen zudem Kosten für die Anfahrt und die Unterkunft an. All das kann sich schnell auf einige tausend Euro summieren. Allerdings gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die finanziellen Lasten der Umschulung abzumildern – etwa über Bildungsgutscheine der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters. Eine frühzeitige Beratung lohnt in jedem Fall!